US-Army sperrt Übungsareal ab 3000 Meter Zaun mitten im Böblinger Wald

Die Amerikaner haben entlang ihres Trainingsgeländes immer wieder Schilder aufgestellt, jetzt kommt stattdessen ein zwei Meter hoher Zaun. Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Annette Wandel

Dies schränkt die Freizeitnutzung rund um Böblingen ein. Die Militärs machen Sicherheitsansprüche geltend, Stadtverwaltung und Gemeinderat haben wenig Einfluss.

Im vergangenen Sommer hat es sich bereits angekündigt: Die US-Army macht Ernst mit ihrem Plan, einen Teil des Böblinger Waldes für die Öffentlichkeit abzuriegeln. Der Verbindungsweg zwischen dem Musberger Sträßle und dem Radschnellweg nach Stuttgart auf Höhe des Restmüllmeilers wurde gekappt. Seither verhindert ein massives Tor ein Durchkommen – sehr zum Ärger vieler Spaziergängerinnen, Jogger und Radlerinnen. Letztere müssen seither einen mühsamen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie aus Richtung Holzgerlingen und Schönaich in die Landeshauptstadt gelangen wollen.

 

Erste Maßnahmen gab’s bereits im vergangenen Jahr

Diese Aktion war nur der Beginn einer größeren Sperrmaßnahme. Die Böblinger Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger gab am Mittwoch bekannt, dass die US-Army demnächst einen Zaun im Wald baut. Eingezäunt wird der gesamte nordöstliche der Panzerkaserne gelegene Bereich, der südlich des Radschnellwegs bis Richtung Musberg und Steinenbronn reicht – jenes Gebiet, das den US-Soldaten als Trainings-Areal dient. Wie Christine Kraayvanger berichtete, wurde die Stadt jetzt von den Baumaßnahmen in Kenntnis gesetzt und angehört. Viel ausrichten kann die Verwaltung jedoch nicht. Die Standort-Kommune eines US-Stützpunktes muss hinnehmen, was ihre militärischen Gäste unternehmen. Deutsches Baurecht gilt dort nicht. So will es das Nato-Truppenstatut.

3000 Meter lang wird der Zaun sein, zwei Meter hoch, gesichert von elf Toren. Christine Kraayvanger erläuterte, dass diese Maßnahme eine Reaktion der Army auf Jogger, Gassigeher und Mountainbiker ist, die immer wieder die Warnungen missachtet und die befestigten Wege verlassen hätten.

Wie eine Army-Sprecherin bestätigte, wird das Provisorium nun abgebaut und bis August durch einen dauerhaften Zaun ersetzt. Ein Vorhaben, das die Streitkräfte bereits vor einem Jahr angekündigt haben. „Seit vielen Jahren stellt die unbefugte Nutzung von nicht öffentlichen Waldwegen für Freizeitaktivitäten ein Sicherheitsproblem für Wanderer und Radfahrer dar“, erklärte damals Oberst Matt Ziglar, der Kommandeur der U.S. Army Garrison in Stuttgart. „Wir halten es für notwendig, diese Maßnahmen zu ergreifen, um die Öffentlichkeit zu schützen“, betonte er.

Was passiert mit dem Musberger Sträßle?

Im Gemeinderat stießen diese Pläne nicht gerade auf Wohlwollen. OB Stefan Belz wies darauf hin, dass die Stadtverwaltung darauf dränge, das Musberger Sträßle, weiterhin offen zu halten. Der Verbindungsweg nach Musberg führt mitten durch das betroffene Trainingsareal. Auch hätten die Stadträte Sorge wegen der Wildwechsel, dieses Problem habe man bei der Army angesprochen, versicherte Christine Kraayvanger. „Die Zäune werden so angebracht, dass das Wild das Gelände ohne Mühe betreten kann,“ hieß es dazu am Donnerstag aus der Panzerkaserne.

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