US-Demokratinnen Trump arbeitet sich weiter an der „Squad“ ab

Von red/AP 

Der US-Präsident schießt weiter gegen die „Squad“, vier linke Jungabgeordnete im Kongress. Jetzt spricht Trump ihnen die Fähigkeit ab, ihr Land lieben zu können. Die Demokratinnen wehren sich.

US-Präsident Donald Trump Foto: AFP
US-Präsident Donald Trump Foto: AFP

Berkeley Heights/Washington - US-Präsident Donald Trump hat trotz massiver Rassismuskritik an seinen Verbalattacken gegen vier linke Demokratinnen noch einmal nachgelegt. Er glaube nicht, dass die Kongressabgeordneten in der Lage seien, ihr Land zu lieben, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter.

„Sie sollten sich bei Amerika (und Israel) für die schrecklichen (hasserfüllten) Dinge entschuldigen, die sie gesagt haben. Sie zerstören die Demokratische Partei, sind aber schwache und unsichere Leute, die niemals unsere großartige Nation zerstören können!“

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Erst jüngst hatte Trump „progressiven“ Abgeordneten der Demokraten ebenfalls auf Twitter eine Rückkehr in ihre „kaputten und von Kriminalität befallenen“ vermeintlichen Herkunftsländer nahegelegt. Sie sollten zuerst dort für Ordnung sorgen, statt der US-Regierung Ratschläge zu erteilen.

„The Squad“ wehrt sich

Gemeint waren die aus Somalia stammende Ilhan Omar aus Minnesota, die New Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez mit Wurzeln im US-Außengebiet Puerto Rico, die Afroamerikanerin Ayanna Pressley aus Massachusetts und die als Tochter palästinensischer Einwanderer in Detroit geborene Rashida Tlaib - vier Jungabgeordnete vom linken Flügel der Demokraten, die in US-Medien auch als „The Squad“ (Die Truppe) bekannt sind. Sie alle sind US-Staatsbürgerinnen und bis auf Omar in Amerika geboren.

Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus verurteilte Trumps Tiraden nur wenige Tage später per Resolution als rassistisch. Doch legte der Präsident öffentlich bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina nach, wo er jede der vier Abgeordneten namentlich angriff.

Trump und einigen Republikanern geht es aus Sicht von Beobachtern darum, die in den eigenen Reihen umstrittenen Demokratinnen im Wahlkampf für 2020 als das Gesicht ihrer Partei darzustellen, um diese in die Nähe des Sozialismus zu rücken. Wie schon bei seiner letzten Kampagne will er offenbar zudem wieder auf eine ethnisch aufgeladene Rhetorik in der Migrationspolitik setzen, die damals seine vornehmlich weiße Wählerbasis mobilisieren sollte.

Neben Rassismusvorwürfen wurde Trump in US-Medien seine eigene scharfe Kritik an Amerika im Wahlkampf 2016 vorgehalten. Stephen Miller, einem ranghohen Berater im Weißen Haus, wurden in einem Interview des Senders „Fox News“ etliche Videoclips mit seinem Chef gezeigt, in denen dieser als früherer Kandidat die USA anprangert, Barack Obama „den ignorantesten Präsidenten in unserer Geschichte“ nennt und erklärt: „Niemand respektiert uns.“ Mit Blick auf Obamas Führungsstil sagt der damalige künftige republikanische Präsident darin: „Wir wissen nicht, was wir tun.“

„Sie verabscheuen Amerika“

Miller bemühte sich um Schadensbegrenzung. Trumps damalige Worte seien Teil einer politischen Kampagne gewesen, die Amerika an die erste Stelle habe setzen wollen. Die Demokratinnen im Kongress seien allerdings darauf versessen, „antiamerikanische Stimmung“ zu machen. „Sie verabscheuen Amerika, so wie es ist.“

Ocasio-Cortez verwahrte sich gegen den Vorwurf, dass sie und ihre Kolleginnen Amerika hassten. Sie kämpften etwa für existenzsichernde Löhne und grundlegende Menschenrechte, während der Präsident „Immigrantenkindern Leid zufügt“, twitterte sie.

Elijah Cummings, ein ranghoher demokratischer Abgeordneter, nahm seine vier Kolleginnen in der ABC-Sendung „This Week“ in Schutz. Sie „lieben ihr Land und sie arbeiten sehr hart“, sagte Cummings. „Wenn man mit dem Präsidenten nicht einer Meinung ist, ist man plötzlich eine schlechte Person. Unsere Treue gilt nicht dem Präsidenten. Unsere Treue gilt der Verfassung der Vereinigten Staaten und dem amerikanischen Volk“, betonte Cummings.