US-Party in Böblingen Independence Day wird wieder öffentlich gefeiert
Zum 250-Jahr-Jubiläum der Vereinigten Staaten feiert das US-Militär im Raum Stuttgart in Böblingen das Unabhängigkeitsfest. Mit einer wichtigen Änderung.
Zum 250-Jahr-Jubiläum der Vereinigten Staaten feiert das US-Militär im Raum Stuttgart in Böblingen das Unabhängigkeitsfest. Mit einer wichtigen Änderung.
Für einen runden Geburtstag kann man sich schon etwas einfallen lassen. Das haben sich die Verantwortlichen bei der US-Army-Garnison Stuttgart (USAG) auch gedacht und laden zum 250. Unabhängigkeitstag neben ihren Soldaten, deren Familien und den zivilen Angestellten wieder die Öffentlichkeit ein. Gefeiert wird auf dem Gelände der Panzerkaserne in Böblingen. Die Besonderheit: Der Independence Day, der wegen des Datums auch oft Fourth of July (4. Juli) genannt wird, wird in diesem Jahr vorgefeiert – nämlich schon am Samstag, 27. Juni. Und, so wird gemunkelt, es könnte eine noch nicht näher benannte Überraschung geben.
Mehr als 20 Jahre hatte das US-Militär der Stützpunkte im Stuttgarter Raum das Fest hinter verschlossenen Toren gefeiert. Grund für die Schließung war damals der 11. September 2001 mit seinen Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York City. Bis der damalige Colonel, Matthew Ziglar, es erstmals wieder auch für die deutschen „Nachbarn“ öffnete. Auch der aktuelle Colonel, Edward (Judd) J. Sanford, behält diesen neuen Brauch offenbar bei. Jedenfalls sind kürzlich die Einladungen für das Event ausgesandt worden.
Abgehalten wird das Fest wieder auf dem großen Parkplatz vor dem Panzer Main Exchange, in Sichtweite einer der beiden aktuellen Baustellen auf dem Gelände. Gebaut wird gerade am neuen Einkaufszentrum (Commissary) und an einer Autozulassungsstelle.
„Freiheit, Einigkeit und Spaß“ will die USAG laut einer Ankündigung der Abteilung für Morale, Welfare and Recreation (MWR) ab 15 Uhr feiern. Die Abteilung ist an der Planung des Events maßgeblich beteiligt. „Es ist ein Tag, um zusammenzukommen, bleibende Erinnerungen zu sammeln und die Werte zu ehren, die wir teilen“, heißt es dort.
Obwohl die US-Armee in der Region Stuttgart insgesamt fünf Stützpunkte – vier mit Wohnungen – hat, wird es eine zentrale Feier in Böblingen geben. Hier befindet sich das Hauptquartier der Garnison. In den vergangenen Monaten waren wenig Neuigkeiten des US-Militärs nach außen gedrungen. Von Events wie dem Pumpkin Drop oder einer Ausstellung von Highschool-Schülern wurden deutsche Stadtverwaltungen und die Presse mehrmals kurzfristig wieder ausgeladen. Zuletzt hatte die Ankündigung Schlagzeilen gemacht, dass rund 1500 mit der Spezialeinheit Green Berets verbundene Personen Böblingen verlassen würden.
Um all das soll es beim Independence Day aber nicht gehen, sondern um eine patriotische Feier von 250 Jahren Unabhängigkeit vom englischen Königshaus. Geplant sind Musik, sportliche Aktivitäten und auch allerhand Essensstände. Der Eintritt ist frei, aber wer sich im Vorfeld oder vor Ort beim MWR-Stand ein Zutrittsbändchen kauft, hat Zugang zu einigen Angeboten, die dem gewöhnlichen Besucher nicht offenstehen. Dazu gehören neben den Wasserrutschen beispielsweise auch mehrere Simulatoren und ein Autoscooter.
Als musikalischer Headliner soll in diesem Jahr ein aufstrebender Country- und Blues-Musiker aus Alabama, Kashus Culpepper, auftreten, der selbst aus der US-Marine (Navy) kommt. Mit dabei sind aber auch wieder bekannte Punkte wie das Wassermelonen-Wettessen oder das sogenannte Car Smash, bei dem jeder sich daran versuchen kann, eigens bereitgestellte Autos zu zertrümmern. Auch die Ausstellung von Militärfahrzeugen und -ausrüstung ist wieder dabei. Wasserrutschen, Trampolins oder Kletterwände sollen darüber hinaus zur körperlichen Betätigung einladen. Für Kreative gibt es in der Regel thematisch passende Bastelprojekte – im vergangenen Jahr konnten etwa Caps mit USA-Flagge bemalt werden.
Auf der anderen Seite gibt es auch wieder die Futtermeile mit amerikanischen Klassikern wie Hamburgern, Hot Dogs, Chicken Wings oder Rippchen aus Food Trucks. Es gibt aber auch Nudeln oder Döner zu kaufen. In den vergangenen Jahren gab es für die Kleinsten aufgrund der Hitze auf dem versiegelten Parkplatz auch mal ein gratis Eis.
Für das Event empfiehlt es sich, nicht mit dem Auto anzureisen, da das Gelände der Panzerkaserne an diesem Tag nur zu Fuß zugänglich ist. Auch soll ein Teil des Herdwegs, an dem das Main Gate liegt, gesperrt werden. Wie in den vergangenen Jahren soll auch diesmal gegen 22.25 Uhr ein Feuerwerk den Himmel erleuchten – laut Ankündigung „synchronisiert zu angenehmer patriotischer Musik“.
Geschichte
Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren die USA britische Kolonien. Diese revoltierten gegen die Herrschaft aus Übersee. Es kam zum Krieg der 13 nordamerikanischen Kolonien mit Großbritannien. Am 4. Juli 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben.
Heute
Die US-Amerikaner feiern den Tag meist gesellig mit Grillfesten, Picknicks und Feuerwerk. Dazu gibt es oft Paraden – und jede Menge rot-weiß-blauen Nationalstolz.