US-Sportler über den Wahlverlauf Was Athleten und ehemalige Spieler in den USA zur Wahl sagen

Fußballerin Megan Rapinoe hat sich in der Vergangenheit mit Donald Trump angelegt und ist auch jetzt nicht still. Foto: AFP/Lionel  Bonaventure
Fußballerin Megan Rapinoe hat sich in der Vergangenheit mit Donald Trump angelegt und ist auch jetzt nicht still. Foto: AFP/Lionel Bonaventure

US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden haben unter US-Sportlern teils glühende Anhänger. Wir haben zusammengetragen, was einige Athleten über den derzeitigen Wahlverlauf sagen.

Volontäre: Sebastian Xanke (xan)

Stuttgart - Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat den Sport in Amerika politisiert wie kaum ein Präsident vor ihm. Da gab es den Kniefall von Footballspieler Colin Kaepernick während der amerikanischen Nationalhymne, die Auseinandersetzung Trumps mit der US-Frauenfußballnationalmannschaft oder den offenen Schlagabtausch zwischen dem Präsidenten und Basketballprofi Lebron James. Als Resultat haben sich viele US-Sportler bereits vor der derzeit laufenden Präsidentschaftswahl klar für Trump oder seinen Herausforderer Joe Biden positioniert. Wir haben einige Stimmen von amerikanischen Sportlern und Ex-Athleten gesammelt, die sich im Zuge der vergangenen Stunden und Tage zum Verlauf der Wahl äußerten.

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Bestimmt wird die amerikanische Wahl momentan von Trumps Behauptung, bei der Briefwahl käme es zu Betrugsfällen. Der Präsident möchte aus diesem Grund die weitere Auszählung von Stimmen, die per Brief abgeschickt wurden, verhindern. Experten schätzen, dass vor allem Wähler seines Herausforderers Joe Biden auf Briefwahl setzten. In mehreren entscheidenden Schlüsselstaaten, in denen Trump derzeit noch führt, holt Biden deshalb stetig auf.

Der ehemalige Basketballspieler Dwayne Wade reagierte auf die Situation umgehend und schrieb eindringlich: „Zählt alle Stimmen!!“ Wade gilt als Befürworter von Joe Biden.

UFC-Star Colby Covington dagegen hat sich in der Vergangenheit offen zu Trump bekannt. Der Kampfsportler führt die Behauptungen des Präsidenten weiter: „Mehr als 130 000 Stimmen in Michigan sind, während wir geschlafen haben, auf magische Art und Weise China Joe zugeschrieben worden, der Präsident bekam Null.“

Früher habe so ein Betrug funktioniert, schreibt Colvington. „Heute nicht!! Kämpft weiter, Patrioten!!!“ Wenige Stunden später postete er auf Twitter ein Bild, das ihn unter der Überschrift „Make America Great Again Gang“ zusammen mit Rapper Lil Pump zeigt.

Die Fußballspielerin Megan Rapinoe, die sich in der Vergangenheit immer wieder mit Donald Trump angelegt hat, pocht dagegen darauf, jede Stimme auszuzählen. Auf Twitter teilte Rapinoe zudem einen Beitrag der Schauspielerin Charlene deGuzman: „Ich denke, der Schmerz in meiner Brust hängt weniger mit der Wahl zusammen und mehr mit der Realität, wie viele Menschen weißen Rassismus lieben.“

Im US-Bundesstaat Wisconsin, der knapp an Joe Biden ging, möchte Trump die Stimmen neu auszählen lassen. Der Basketballprofi C. J. McCollum antwortet darauf: „Eine Neuauszählung mit einer 20 000 Stimmenniederlage (für Donald Trump; Anm. d. Red.) heißt, dass du zweimal verlierst“. McCollum äußerte sich in der Vergangenheit pro Biden.

Der ehemalige Baseballspieler Curt Schilling wiederum ätzt gegen die Demokraten: „Was lustig ist, ist, wie schlecht die Demokraten darin sind, kriminell zu sein. Sie haben so viel auf dumme Art und Weise in so vielen Orten und die meiste Zeit betrogen, dass sie ihre Taten nicht einmal mehr verdecken können.“

Garri Kasparow, einst russischer Schachweltmeister, der in New York City lebt, schreibt wiederum pro Biden: „Falls du mehr gute Nachrichten über den wahrscheinlichen Gewinn von Biden brauchst: Das russische Staatsfernsehen trauert heute.“

Grundsätzlich ist zu beobachten, dass sich die meisten US-Sportler so gut wie gar nicht zur Wahl äußern. Lebron James etwa, der sich zuvor klar für Biden ausgesprochen hatte, teilte lediglich mit, dass die Stimmen schwarzer Wähler in diesem Jahr so wichtig seien wie noch nie. Colin Kaepernick meldete sich auf seinen Social Media Kanälen noch überhaupt nicht bezüglich der laufenden Präsidentschaftswahl zu Wort. Letztlich bleibt den Sportlern nur wie dem Rest der Welt: abwarten und auf die Auszählungen warten.

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