US-Student Otto Warmbier ist nach Gefangenschaft tot Wucht der Bilder

Die Umstände rund um den Tod des US-Studenten Otto Warmbier sind eine menschliche Tragödie. Der Fall bekommt aber auch eine politische Dimension. US-Präsident Donald Trump wird mehr Zustimmung für einen harten Kurs erhalten, kommentiert Politik-Redakteur Christian Gottschalk.

Ein Kotau – ein ehrerbietiger Gruß – beim Scheinprozess – Otto Warmbier vor Gericht in Pjöngjang. Foto: AP
Ein Kotau – ein ehrerbietiger Gruß – beim Scheinprozess – Otto Warmbier vor Gericht in Pjöngjang. Foto: AP

Washington - Zugegeben, Nordkorea gehört nicht gerade zu den Ländern, die auf der Liste touristischer Top-Destinationen ganz weit oben stehen. So gesehen steht das Schicksal des US-Studenten Otto Warmbier nicht stellvertretend für zahlreiche Reisende. Es zeigt aber auf sehr dramatische Weise die Schutzlosigkeit, mit der man in manchen Ländern rechnen muss, auch bei vergleichsweise kleinen Vergehen. Nordkorea steht in dieser Beziehung nicht alleine, der Fall Warmbier ist jedoch von besonderer Grausamkeit geprägt.

Trumps schlingert auch bei seinem Nordkorea-Kurs

Neben der menschlichen hat die Angelegenheit auch noch eine politische Dimension. US-Präsident Donald Trump fährt auch in Sachen Nordkorea einen Schlingerkurs, behauptet an einem Tag, gerne einmal mit Kim Jong Un zusammenzusitzen, und beschimpft den Diktator bald darauf heftigst, Unter dem Strich wird Trump einen anderen, einen härteren Kurs gegen Nordkorea fahren als sein Vorgänger Barack Obama. So wie er einen härteren Kurs gegen Kuba und den Iran einzuschlagen scheint. Es ist wenig wahrscheinlich, dass dies dem weltweiten Frieden und der Entspannung zuträglich ist. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Bilder des Studenten Otto Warmbier, die in den US-Medien hoch und runter laufen, werden dem Präsidenten allerdings viel Unterstützung für seinen Kurs bringen.