US-Weltstar in der Stuttgarter MHP-Arena Think Pink – 45.000 feiern poppig-bunt Karneval im Sommer

Die amerikanische Sängerin Pink tritt am Freitagabend im Neckarstadion auf. Das Konzert ist mit 45.000 Besuchern ausverkauft. Foto: StZN/ubo

Fünf Jahre lang gab es keine Konzerte mehr im Stuttgarter Stadion: Pink war die letzte, die 2019 vor dem Umbau in der Arena auftrat – und sie ist die erste, die dort am Freitag wieder singt. Um 20.28 Uhr federt die US-Sängerin auf dem Trapez auf die Bühne. 45.000 Fans toben.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Im Stuttgarter Stadion hat das deutsche Nationalteam bei der EM in pinkfarbenen Trikots gespielt – und das nächste Großereignis dort trägt den dazu passenden Namen: Pink! Die Bühne des Weltstars steht poppig-bunt vor der Cannstatter Kurve, der gute Fußballrasen ist mit einem Extra-Boden abgedeckt: Die MHP-Arena erlebt am Freitagabend ihr Comeback als Konzertstätte. Viele der 45.000 Fans tragen Pink. Denn Pink ist nicht nur eine Farbe, sondern auch ein Statement.

 

Die Stimmung im ausverkauften Stadionrund ist bestens, noch bevor die Show „Summer Carnival“ beginnt – bevor Pink mit einem Farbenrausch die Party startet. Lustige Riesenfiguren schmücken die Karnevalsbühne, ein Hund ist zu erkennen, aber auch ein Smiley, über allem hängt ein Kussmund. „Die Show ist der Hammer“, sagt eine junge Frau, „ein Spektakel für alle Sinne.“ Kurz vor Konzertbeginn werden die letzten Karten verkauft.

Künftig soll es wieder mehr Konzerte im Stadion geben

Das für die EM über Jahre umgebaute Stadion ist nicht allein für den Vizemeister VfB da, der künftig europaweit spielt. Auch die Champions League der Popstars ist willkommen am Neckar. „Wir wollen Konzerte künftig bei uns intensivieren“, sagt VfB-Mediendirektor Holger Boyne. Warum bei Fußballspielen 60.000 Menschen ins Stadion dürfen, bei Rock & Pop es aber „nur“ 45.000 sind, erklärt er so: „Die große Bühne steht im Inneren, dahinter müssen die Blöcke und Kurven freibleiben, weil die Besucher dort sonst nichts sehen würden.“

Die charismatische und energiegeladene US-Sängerin gastiert am Freitag auf ihrer „Summer Carnival“-Tour in Stuttgart – sie ist damit die erste, die nach der fünfjährigen Konzertpause im Stadion wieder singen darf. Am 10. Juli 2019 hat sie zuletzt hier gespielt – keiner wusste damals, dass wegen Corona und des EM-gerechten Umbaus sehr lange keine Popkonzerte möglich werden würden. Jetzt wird’ s wieder anders. Nach Pink folgen 2025 Ed Sheeran zweimal im Juni und Comedian Teddy zweimal im Juli.

Die großen Konzerte verlagern sich damit vom Wasen (wo zuletzt AC/DC gespielt haben) in die Fußball-Arena. Für 2025 steht übrigens noch kein Konzert auf dem Wasen fest, wo es am Mittwoch nach dem Auftritt der Australier zum chaotischen Gedränge der 90.000 Fans mit 17 Verletzten gekommen war.

Karte für Front of Stage kostet 224 Euro

Bei Pink sind es etwa 45.000 Besucherinnen und Besucher. Einer von ihnen ist Bastian Pfeifer. „Beim Konzert 2019 musste ich feststellen, dass sie live echt grandios ist und eine geniale Show liefert“, erinnert sich der Inhaber einer Kochschule in Stuttgart gerne zurück. Auch wenn er „musikalisch gesehen eher am 25. Juli bei Lenny Kravitz bei den Jazz Open auf dem Schlossplatz zu finden ist“, freut er sich auf das Pink-Konzert, das er seiner Frau zu Weihnachten geschenkt hat.

„Meine Frau liebt ihre Stimme“, sagt Bastian Pfeifer, „sie verbindet mit fast jedem Lied eine Situation aus ihrem Leben und mag die kraftvolle, laute und starke Persönlichkeit, die sie repräsentiert.“ Zu Weihnachten hat er ihr „FOS“ geschenkt, wie der Front-of-Stage-Bereich genannt wird. Eine Karte an der Bühne kostet 224 Euro. Wer ein VIP-Ticket für eine der Logen auf der Haupttribüne will, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Das Package für vier Personen (inklusive „Event-Dinner und Late-Night-Imbiss“ nach dem Konzert) kostet 1.760 Euro.

„Pink ist ein Riesling-Fan“

Wird man Pink wieder in der Stuttgarter City sehen? Bei ihrem letzten Auftritt im Juli 2019 schlenderte die Sänger in männlicher Begleitung, aber ganz ohne Bodyguards, über den Schillerplatz, wie Tausende andere auch jeden Tag. In der damals noch dort ansässigen Weinhandlung von Bernd Kreis trank sie ein Gläschen Riesling-Sekt von Frank John aus der Pfalz und aß ein paar Snacks, wie sie auf Instagram verriet. Auch beim Einkauf für zu Hause blieb sie der Rebsorte treu und kaufte zwölf Flaschen Riesling von deutschen Winzern. „Pink scheint wohl ein Riesling-Fan zu sein“, sagte Bernd Kreis.

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