USA Coronavirus-Fälle steigen stark an – Maskenpflicht in Texas

Von red/ AP 

Verdoppelt, verdreifacht, verfünffacht: In den meisten US-Bundesstaaten steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle schnell an. Viele Gouverneure nehmen Lockerungen zurück, sperren Strände oder führen eine Maskenpflicht ein. Nur der Präsident gibt sich gelassen.

Die Zahl der Corona-Fälle steigt in den USA rasant an. Foto: dpa/Mark Humphrey
Die Zahl der Corona-Fälle steigt in den USA rasant an. Foto: dpa/Mark Humphrey

Fort Lauderdale/Austin - Vier US-Bundesstaaten haben innerhalb eines Tages zusammen 25 000 neue Coronavirus-Infektionen registriert. Die Zahl der Fälle stieg in 40 der 50 US-Bundesstaaten an und überschritt die Marke von 50 000 neuen Infektionen am Tag. Besonders viele Fälle gab es in Arizona, Kalifornien, Florida und Texas. In 36 Staaten nahm der prozentuale Anteil positiver Tests zu.

„Was wir gesehen haben ist eine sehr beunruhigende Woche“, sagte Anthony Fauci, der Top-Virologe der USA, in einem Livestream der American Medical Association, einer Vertretung von Ärztinnen und Ärzten sowie Medizinstudierenden. Die Entwicklung wird zum Teil der mangelnden Bereitschaft unter US-Bürgerinnen und Bürgern zugeschrieben, Schutzmasken in der Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem halten sie die Abstandsregeln oft nicht ein. Wenn die Menschen sich nicht daran hielten, „werden wir in große Schwierigkeiten kommen“, sagte Fauci.

Mehr Fälle im Süden und Westen

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ordnete für den überwiegenden Teil des Bundesstaats eine Maskenpflicht an. Ein Mund- und Nasenschutz müsse in der Öffentlichkeit getragen werden. Dies ist eine Kehrtwende: Abbotts Regierung hatte zuvor noch gesagt, Einzelpersonen könnten nicht zum Tragen einer Maske verpflichtet werden. Die Pflicht gelte für alle Texaner, die in Bezirken mit 20 oder mehr positiven Corona-Fällen lebten und es gebe nur wenige Ausnahmen, hieß es in der Anordnung.

Mehr und mehr Corona-Fälle gibt es vor allem im Süden und Westen. In den vergangenen zwei Wochen verdoppelte sich die Zahl der Neuinfektionen in Georgia, Kansas, Montana, Michigan, Missouri, Tennessee, Mississippi, South Carolina und Ohio. In Nevada verdreifachte sie sich, in Idaho verfünffachte sie sich sogar. Nebraska und South Dakota waren die einzige Staaten außerhalb des Nordostens, die einen negativen Trend aufwiesen.

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In den USA steht zudem ein wichtiger Feiertag an: Zur Feier der Unabhängigkeit am 4. Juli sind vielerorts Feste geplant. Viele Gemeinden strichen jedoch Feuerwerke, zu denen sich große Menschenmengen angesammelt hätten. Strände in Kalifornien und Florida wurden gesperrt. Neben Florida machten auch Kalifornien, Texas, Arizona und andere Bars, Restaurants, Kinos, Strände und Schwimmbäder wieder dicht.

US-Präsident Donald Trump schien trotz der besorgniserregenden Zahlen sicher, dass die Ausbreitung des Virus bald nachlasse. Fox Business hatte er am Mittwoch gesagt: „Ich denke irgendwann wird es irgendwie einfach verschwinden, hoffe ich.“ Er legte seinen Fokus auf den Arbeitsmarkt, der sich im Juni den zweiten Monat in Folge erholte. Die Arbeitslosenquote fiel vorerst auf 11,1. Bislang liegt die Zahl der Empfänger von Arbeitslosenhilfe weiter bei 19 Millionen.

Insgesamt ist die Zahl in den USA auf 2,7 Millionen gestiegen, mehr als 128 000 Menschen starben mit dem Virus. Es ist im weltweiten Vergleich die höchste Zahl.




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