USA So ordnet Trumps Lateinamerikas Landkarte neu

Inmitten von Fußballlegenden: Trump (re.) mit Jorge Mas, dem Besitzer des Fußballclubs Inter Miami. Foto: AFP/Andrew Caballero-Reynods

An diesem Samstag erwartet der US-Präsident in Miami die inzwischen große Schar verbündeter Regierungen südlich des Rio Bravo. Es könnte ein historisches Treffen werden.

Donald Trump weiß, wie er die Aufmerksamkeit der Latinos gewinnt: An der Seite von Weltstar Lionel Messi betrat er den Saal des Weißen Hauses. Der Anlass: Die Ehrung des amerikanischen Fußball-Meisters Inter Miami. In dessen Reihen kicken andere Weltstars wie Luis Suarez (Uruguay) oder Rodrigo de Paul (Argentinien). Und die bildeten die Kulisse für Trumps Ausblick, wie er sich Lateinamerikas politische Landschaft in Zukunft vorstellt. „Kuba wird fallen“, sagt Trump – und in Venezuela habe erst einmal die wirtschaftliche Stabilisierung vor der Demokratisierung Vorrang.

 

Handfeste wirtschaftliche Interessen

Was Trump nicht sagt: Zwar fehlt der aktuellen Regierung von Interimsregierung Delcy Rodriguez jegliche demokratische Legitimation, das hält Washington aber nicht davon ab sich mit der Hilfe des Machtapparats in Caracas nach dem Öl- nun auch die anderen Rohstoffe im Orinoco-Gürtel vertraglich zu sichern. Eine Nachfolge-Regierung bleibt nur die Übernahme dieser Verträge.

Offiziell geht es um Gefahrenabwehr

Am Wochenende versammelt sich in Miami die große Schar verbündeter Regierungen in Miami. Von El Salvadors Präsident Nayib Bukele über Argentiniens Präsident Javier Milei kommen ein Dutzend Regierungschefs in die Latino-Metropole. Offiziell geht es dann um den „Atlantik-Schild“ – eine Sicherheitskonstruktion zur Gefahrenabwehr. Tatsächlich stehen aber vor allem handfeste wirtschaftliche Interessen im Blick. Der Abschluss des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens hat die Amerikaner noch ein Stück sensibler für die Region gemacht, die sie als ihre Einflusssphäre empfinden.

Rund um den Panama-Kanal kassierten jüngst chinesische Firmen eine juristische Abfuhr. Der neue chinesische Mega-Hafen Chancay in Peru, der gerade die Handelsströme an der südamerikanischen Pazifikküste neu ordnet gerät ins Visier, weil er für Peking auch militärisch nutzbar sein könnte. Nun soll Peru ein Nato-Partner werden.

Interessant ist das Lithium-Dreieck Argentinien, Bolivien, Chile

In Süd-Argentinien planen die Amerikaner eine Militärbasis und ein US-Bericht spekuliert, die Chinesen hätten in Brasilien zwei Basen. In Ecuador haben die Sicherheitskräfte mit den USA eine Militäroperation gegen den Drogen-Terrorismus gestartet.

Besonders attraktiv für die Amerikaner: Im Lithium-Dreieck Argentinien, Bolivien, Chile haben sich in den letzten Monaten die politischen Machtverhältnisse komplett gedreht: Bolivien und Chile wechselten von sozialistische ins konservative Lager, in Argentinien gewann die libertäre Regierung von Javier Milei bei den Parlamentswahlen frische Rückendeckung.

So manche Trump-Kritiker fehlen

Das einzige aktuelle Nato-Partnerland in Südamerika ist Kolumbien. Dessen linker Präsident Gustavo Petro ist ein Trump-Kritiker und in Miami nicht dabei. Ebenso wenig Mexikos Präsident Claudia Sheinbaum und Brasiliens Präsident Lula da Silva. Mit Mexiko sollen ab Mitte März die Neuverhandlungen zum nordamerikanischen Handelsabkommen T-MEC starten. In Kolumbien (Mai) und Brasilien (Oktober) stehen Präsidentschaftswahlen an. Um diese Länder will sich Trump dann später kümmern.

Das von Trump ins Visier genommene Land Kuba ist ebenfalls nicht in Miami vertreten. Bei dem Empfang von Inter Miami im Weißen Haus sagte Trump, der Konflikt mit Teheran habe für ihn Priorität: „Sobald das erledigt ist, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Sie und viele großartige Menschen nach Kuba zurückkehren können.“ Nach dem Regimewechsel in Venezuela, den die USA mit der Entführung von Staatschef Nicolás Maduro initiiert hatten, stoppte Washington die dortigen Öllieferungen nach Kuba. Damit geriet die angeschlagene Insel zusätzlich unter Druck. Die Regierung in Havanna wolle jedoch, so Trump, eine Einigung mit USA Staaten erreichen. Eine Reaktion aus Kuba lag zunächst nicht vor. Dabei brachte der US-Präsident bereits Ende Februar eine „friedliche Übernahme“ der Karibik-Insel ins Spiel. Ob Trump sich damit auf eine Annexion durch die USA bezog oder andere Staaten involviert wären, war unklar.

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