USA Vorbild Viktor Orbán

„Washington Post“-Besitzer Jeff Bezos greift in die Arbeit der Redaktion ein. Foto: AFP/Mandel Ngan

US-Präsident Trump hat seine Partei gefügig gemacht und will nun Richter und Medien zähmen, meint US-Korrespondent Thilo Kößler.

Wie sich der Übergang in eine Autokratie strategisch vollziehen lässt, hat Ungarns Regierungschef Viktor Orbán vorgemacht: zuerst die Absicherung der Machtbasis in der eigenen Partei. Dann der Umbau der Justiz. Schließlich die Gleichschaltung der Medien. Donald Trump hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er den ungarischen Weg in den autoritären Staat als Leitstern für sein eigenes politisches Programm sieht. Die Republikaner hat er sich derart gefügig gemacht, dass der Kongress als Kontrollinstanz des Präsidenten praktisch ausfällt. An einer gefügigen Justiz arbeitet er unermüdlich. Jetzt nimmt er sich die Medien vor.

 

Trump hat längst den Startschuss für einen schleichenden medialen Transformationsprozess gegeben. Er kann sich dabei auf loyale Gefolgsleute wie den Besitzer der „Washington Post“, Jeff Bezos, verlassen, der im vorauseilenden Gehorsam vollstreckt, was Trump im Weißen Haus denkt.

Doch Demokratie braucht aufmerksame Leser. Wachsame Medien. Kritische Journalisten. Und mutige Verleger und TV-Direktoren, die sich der schleichenden Unterwanderung des politischen Systems widersetzen.

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