Vaihingen/Enz Die Vaihinger wollen VAI auf Nummernschild

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Einmalige Chance für Vaihingen/Enz. Per Kennzeichen VAI kann sich die Stadt womöglich endlich vom gleichnamigen Stuttgarter Stadtteil abheben.

Ein Lokalpatriot trägt sein VAI stolz auf dem Kennzeichen Foto: factum/Weise
Ein Lokalpatriot trägt sein VAI stolz auf dem Kennzeichen Foto: factum/Weise

In Nürtingen waren es 68 Prozent, in Leonberg noch 66 Prozent. In Vaihingen/Enz spricht sich mit 63,8 Prozent immerhin noch eine deutliche Mehrheit dafür aus, das alte Kennzeichen für Autos wieder zu beleben. Das hat eine Studie der Hochschule Heilbronn ergeben. Ralf Bochert, Professor für Tourismusmanagement und Autor der Studie, empfiehlt der Stadt Vaihingen, mit dieser Rückendeckung einen Antrag auf die Wiedereinführung von „VAI“ als Wunschkennzeichen zu stellen. Damit könne sich die Stadt an der Enz vom „sehr entwicklungsstarken Stuttgarter Stadtteil Vaihingen“ abheben.

Die Chancen für eine Bewilligung des Antrags stehen so gut wie nie. Das Bundesverkehrsministerium will den Ländern erlauben, mehrere Wunschkennzeichen zuzulassen. Wenn der Bundesrat nichts dagegen hat, könnte die Verordnung schon von November an gelten. Der Vaihinger Gemeinderat ist Feuer und Flamme für die Neuregelung. Einzig im Landratsamt Ludwigsburg hat man Bedenken: Wenn ein Autobesitzer aus dem Altkreis Vaihingen, zum Beispiel aus der benachbarten Gemeinde Illingen (Enzkreis), künftig ein VAI auf dem Schild trage, sei der Aufwand größer, ihn bei Ordnungswidrigkeiten ausfindig zu machen. Schließlich gebe es Behörden, die nicht auf das Flensburger Fahrzeug-Zentralregister zugreifen könnten.

„Mein Kennzeichen lügt“

Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch hält das für ein vorgeschobenes Argument. In Zeiten elektronischer Datenabfragen sei es völlig egal, was auf dem Nummernschild stehe. Bußgeldbehörden ohne gute Computerprogramme oder Zugang zur Datenzentrale seien „die absolute Ausnahme“. Zurzeit seien im Kreis Ludwigsburg noch rund 600 Fahrzeuge mit dem alten VAI-Zeichen unterwegs. Strafzettelfreiheit gelte für die keineswegs.

Auch in anderen Kreisen stehen die Landratsämter den Änderungswünschen – zum Beispiel dem NT für Nürtingen im Kreis Esslingen – kritisch gegenüber. Die einzige Ausnahme ist die Böblinger Kreisbehörde, wo man eine Rückkehr zum Leonberger LEO nicht als Angriff auf die Kreisidentität wertet. Der Vaihinger OB Maisch sieht dahinter eher ein neues Bedürfnis nach Heimat und Verortung. Das spiegle sich in einem Aufkleber wider, den er im vergangenen Jahr erstmals auf einem Auto gesehen habe, mit der Aufschrift: „Mein Kennzeichen lügt, ich komme aus VAI.“