Wandern in Vaihingen oder Möhringen? Der Vaihinger Stefan Koch verrät, wo man entlang der Filderbäche spazieren kann. Er ist der Autor des Buchs „Von den Filderbächen zum Neckar“. Jede der 17 Wanderungen ist mit Farbfotos und Karten illustriert und detailliert beschrieben.

Vaihingen – Während der Arbeit an seinem ersten Buch war Stefan Koch aufgefallen, dass es Bedarf für ein zweites Buch geben könnte. „Wanderungen zu Stuttgarter Naturdenkmälern“ heißt sein erstes Buch. 2009 war es in einer Auflage von 3000 Exemplaren herausgekommen und ist mittlerweile ausverkauft. Bereits damals wunderte sich der Vaihinger, ausgebildeter Wanderführer und Mitglied des Schwäbischen Albvereins, dass es kaum ausgewiesene Wanderungen auf den Fildern gab. Wer in Vaihingen, Möhringen, Degerloch, Plieningen oder auch in die benachbarten Kreisstädte spazieren wollte, musste der eigenen Nase nachgehen.

 

Antrieb genug für den 70-Jährigen, sich zwei Jahre lang auf den Fildern umzutun – und zu dem Ergebnis zu kommen: Die Gegend zwischen Vaihingen im Stuttgarter Südwesten und Ostfildern lohnt sich. „Als Wanderer bekommt man den charakteristischen Kontrast zwischen kaum berührter Natur und Industrie am besten mit.“ Deswegen hat er seine Wanderrouten bewusst so gewählt, dass von allem etwas dabei ist: Felder, Wälder, Flussauen – aber auch der Flughafen, die Autobahn und die Ausläufer der Industriegebiete.

Zweites Buch im Januar herausgekommen

Sein zweites Buch ist im Januar herausgekommen. Auch „Von den Filderbächen zum Neckar – Wanderungen an der Körsch und ihren Zuflüssen“, so der Titel, gibt es in einer Auflage von rund 3000 Exemplaren. Im Ganzen schildert Koch 17 Touren, vier Rundwanderwege und 13 Streckenwanderungen. Immer geht es entlang eines Baches, zumeist wandert der Spaziergänger sogar von Bach zu Bach. Insgesamt 60 Flüsschen ist Koch während seiner Recherchen abgelaufen.

„Häufig war es gar nicht so einfach, die Flüsse zu benamsen“, schildert er. In Archiven hat Koch alte Karten mit Flurbezeichnungen studiert, bei Ortskundigen nachgefragt, sich bei den Grünflächenämtern diverser Städte erkundigt und sich ans Landesvermessungsamt gewandt. „Manche Flüsse wechseln in ihrem Verlauf dreimal ihren Namen“, beschreibt Koch sein größtes Problem. Ein Beispiel: der Fleinsbach, der in Bernhausen entspringt, heißt bei Neuhausen auf einmal Weiherbach, um dann, wenige Kilometer weiter, bei Denkendorf Sulzbach genannt zu werden. Auf seinen Karten hat er deswegen immer die ortsübliche Bezeichnung an den Abschnitten gewählt.

Kochs Frau hat ebenfalls mitgeholfen

So viel wie möglich entlang der Bäche, gut mit Bus und Bahn zu erreichen, in zwei und drei Stunden Wanderzeit zu bewältigen, am besten noch kinderwagentauglich – darauf hat Koch geachtet. Im Schnitt sieben Mal ist er jede Strecke abgelaufen oder mit dem Rad abgefahren.

Auch Kochs Frau Monika hat kräftig mitgeholfen. Sie war der Versuchswanderer, und hat alle Wegbeschreibungen getreu dem Mantra ihrer Tochter geprüft: Schreib so einfach wie möglich. Nicht: „dem Weg 100 Meter folgen“ oder „Richtung Süden gehen“, sondern „am dritten Strommasten links“ oder „an der Weggabelung rechts“. Seine Frau war es auch, die die Schlussredaktion übernommen sowie die historischen und geografischen Informationen zusammengefasst hat.

Im Sommer sind die meisten Flüsschen ausgetrocknet

Wandern entlang der Flüsse – wo sind die besten Stellen, auch mal die Füße ins Wasser zu halten? Stefan Koch muss lachen. Ein schwieriges Thema, sagt er. Denn im Sommer seien die meisten Flüsschen ausgetrocknet. Aber an der Körsch könne man in aller Regel auch während der heißen Jahreszeit eine Rast einlegen. Das Wasser, das einem dann um die Knöchel strudle, ist aber nur bedingt Flusswasser. „Das ist zu weiten Teilen geklärtes Bodenseewasser“, sagt Koch. Auch über die Funktion der Körsch als Fluss, in den geklärtes Abwasser eingeleitet wird, schreibt er.