Unbekannte haben in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Schule in der Breslauer Straße in Oberesslingen gewütet. Wie geht es mit dem Schulbetrieb weiter?
Großen Schaden hat ein Fall von Vandalismus in der Nacht von Freitag auf Samstag am Theodor-Heuss-Gymnasium in Oberesslingen verursacht. Vorläufigen Schätzungen zu Folge entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 300 000 Euro. Christian Wörner von der Pressestelle des auch für den Landkreis Esslingen zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen meint: „Dieser Fall geht über einen Dummen-Jungen-Streich weit hinaus.“
„Es ist schlimm“, heißt es auch von Seiten der Schule. Ein ganzer Gebäudetrakt sei am Theodor-Heuss-Gymnasium in der Breslauer Straße von den Schäden betroffen. Handwerker seien bereits am Werk, um den angerichteten Schaden zu begutachten. Der Schulbetrieb habe aber am Montagmorgen geregelt gestartet werden können. Unterricht müsse keiner ausfallen, und es hätten auch keine Schüler nach Hause geschickt oder zu Hause bleiben müssen: „Wir sind alle da. Es läuft alles.“
Die Stadtverwaltung Esslingen wird Anzeige erstatten
Der Unterricht könne an der Schule regulär stattfinden, heißt es auch von Seiten der Stadt Esslingen. In dem beschädigten Gebäudeflügel seien Klassenzimmer und Verwaltungsräume untergebracht: „Die betroffenen Schülerinnen und Schüler konnten in anderen Räumlichkeiten unterrichtet werden.“ Die Schäden würden aktuell genauer begutachtet. Betroffen seien vor allem Decken, Böden und Haustechnik. Im Erdgeschoss habe sich ein Teil der abgehängten Decke aufgrund der Wasserlast gelöst und sei auf den Boden gefallen. Die Stadtverwaltung habe mit der Versicherung Kontakt aufgenommen und sie werde Anzeige erstatten.
Die Polizei bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Ermittlungen noch andauern würden. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis Erkenntnisse vorliegen würden, sagt Pressesprecher Christian Wörner. Spezialisten der Kriminalpolizei hätten ihre Arbeit aufgenommen. Das sehe dann durchaus so aus, wie es Krimifans aus Filmen und Serien kennen würden. Menschen in weißen Ganzkörperschutzanzügen würden sich vor Ort die Spurenlage anschauen und Relevantes sichern, das später ausgewertet werde. Parallel dazu würde nach Zeugen gesucht, die zu dem Vorfall befragt werden könnten: „Die üblichen Ermittlungsmaßnahmen sind am Laufen.“
Vor allem das ausströmende Wasser richtete erheblichen Schaden an
Zur Schadenshöhe betont der Polizeisprecher, dass es sich bei den 300 000 Euro zunächst um eine erste Schätzung handeln würde. Es sei doch erheblicher Schaden vor allem durch das unkontrolliert ausgetretene Wasser entstanden.
Ein Hausmeister hatte den Schaden an der Schule am Samstagnachmittag entdeckt und die Polizei alarmiert, teilen die Stadt Esslingen und die Polizei mit. Die Unbekannten seien wohl über ein Baugerüst an dem Schulgebäude, das gerade saniert wird, auf das Dach gelangt. Dort hätten sie großen Schaden angerichtet: Teile der Photovoltaik-Anlage seien beschädigt, Gegenstände vom Dach geworfen, ein Wasserhahn in einem Technikraum auf dem Dach abgeschlagen worden. Das ausströmende Wasser sei in das Gebäudeinnere eingedrungen.
„Dieser Fall geht über einen Dummen-Jungen-Streich weit hinaus.“
Christian Wörner, Pressestelle Polizeipräsidium Reutlingen
„In der Folge konnte sich das Wasser in dem betroffenen Südostflügel über mehrere Stockwerke bis hinunter in den Keller verteilen. In einigen Räumen stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch“, sagt Isabelle Butschek aus dem Büro von Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Die Feuerwehr habe das Wasser abgesaugt. Entfeuchter und Lüftungsgeräte seien aufgestellt worden. Fenster und Türen seien geöffnet, das Mobiliar zur Seite geräumt, die Elektrik überprüft worden. Am Sonntag sei außerdem eine Reinigungsfirma im Einsatz gewesen.
Zeugen werden gebeten, sich an das Polizeirevier Esslingen unter der Telefonnummer 0711 / 3 99 03 30 zu wenden. Gesucht werden vor allem Hinweise zu Personen, die sich in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden des Samstags im Bereich der Schule auffällig verhalten haben.