Vandalismus im Kreis Böblingen Autokratzer richten riesige Sachschäden an

Autokratzer unterwegs: Ärger und Schaden sind groß. Foto: dpa/ Warmuth

In den vergangenen Monaten wurden im Kreis Böblingen immer wieder Autos mutwillig beschädigt. Allein in Sindelfingen wurden seit August 38 Fälle von Vandalismus gemeldet. Was unternimmt die Polizei?

Böblingen: Veronika Andreas (va)

Zuletzt hat es einen Mercedesfahrer in der Böblinger Steinbeisstraße getroffen: Sein Wagen wurde über Nacht von einem Unbekannten rundherum zerkratzt. Vom Täter fehlt jede Spur. Zurück bleibt ein Sachschaden in Höhe von rund 8000 Euro. In Schönaich ritzte vor ein paar Wochen ein Unbekannter in die Motorhaube eines BMW ein Smiley. Auch hierbei entstand ein Schaden von 7000 Euro. Immer wieder kommt es im Kreis Böblingen zu Vandalismus an Fahrzeugen, sei es das Abschlagen von Außenspiegeln, zerkratzter Lack, abgeknickte Antennen oder aufgestochene Reifen.

 

Allein im Böblinger Stadtgebiet hat die Polizei seit dem vergangenen August rund 35 Fälle von Sachbeschädigungen an Fahrzeugen erfasst. 15 Mal wurden die Autos zerkratzt. In Sindelfingen waren es 38 Fälle von Vandalismus an Fahrzeugen, in Leonberg 24. Geschnappt werden die Täter jedoch selten.

Die Gründe für die Zerstörungswut an Autos sind vielfältig

„Eine Ermittlung der Vandalen ist schwierig“, sagt ein Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg. Die Täter müssten von den Einsatzkräften zufällig auf frischer Tat ertappt werden, oder Zeugen müssten die Tat beobachten und direkt der Polizei melden. Wenn die Ermittler so viel Glück haben sollten, wäre es nachgerade perfekt, wenn Zeugen neben einer Personenbeschreibung zum Beispiel noch wüssten, wohin der Täter gegangen oder gelaufen sei.

Was bringt jemanden überhaupt dazu, ein fremdes Auto zu beschädigen? „Die Motivation für derartige Taten sind unterschiedlich gelagert“, weiß der Polizeisprecher. Oftmals handle es sich um blanken Vandalismus, bei denen Täter wahllos fremdes Eigentum beschädigten. Manchmal seien auch Streitigkeiten zwischen Anwohnern oder Nachbarn der Auslöser.

Vereinzelt komme es auch aus ideologischen Gründen zu Sachbeschädigungen an Autos. Manche Personen fühlten sich berechtigt, Falschparker zu disziplinieren oder ihren Hass auf bestimmte Fahrzeugtypen wie SUV oder Luxuslimousinen zum Ausdruck zu bringen. Allerdings könne man darüber nur mutmaßen, da eine große Zahl an Strafverfahren gegen Unbekannt liefen.

Am besten ruft man als Zeuge sofort die Polizei

Obwohl es zu dem folgenden Fall am helllichten Tag im November sogar eine Personenbeschreibung vom Täter gibt, haben sich laut dem Polizeisprecher bislang jedoch noch keine weiteren Zeugen bei der Polizei gemeldet. Wie die Beamten damals mitteilten, hatte ein Unbekannter am Dienstag, 5. November, gegen 12.40 Uhr in der Dr. Richard-Bonz-Straße in Böblingen drei Autos beschädigt. Er zerkratzte die Motorhauben eines grauen VW Crafter und eines Mercedes, bei einem Mercedes CLA zerkratzte er Kotflügel und Kofferraumdeckel. Der gesuchte Mann wird als 30 bis 40 Jahre alt, mit dunklen Haaren und einem Vollbart beschrieben. Bekleidet war er mit einem schwarzen Kapuzenoberteil, hellgrauen Jeans und schwarz-weißen Sneakern.

Der Polizeisprecher rät: „Wenn Bürger eine solche Straftat mitbekommen und direkt den Notruf wählen, ist die Chance für die Polizei um ein Vielfaches höher, den Täter zu ermitteln. Denn es besteht für die Beamten die Chance, zeitnah im örtlichen Umfeld eine derart beschriebene Person anzutreffen“, so der Polizeisprecher.

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