Seit Dienstag ist der Superblock rund um die Augustenstraße offiziell eröffnet – und schon an diesem Tag wurde dort Vandalismus entdeckt: Unbekannte haben bei etlichen Rankpflanzen Äste abgeknipst, wodurch diese nun verwelken. Der Superblock im Stuttgarter Westen ist ein Verkehrsversuch: Autofahrer können nicht mehr gerade durch die Augustenstraße fahren, sondern nur noch im Zickzack. Zudem wurden einige Parkplätze durch Sitzgelegenheiten und Bäume ersetzt.
Viel Kritik an dem Verkehrsversuch
Dass der Verkehrsversuch polarisiert, zeigt sich schon seit einiger Zeit. Sowohl Inhaber von Läden und Firmen in dem Quartier als auch Anwohner beklagen sich über den Wegfall von Parkplätzen. Einige Gewerbetreibende sagen, dass dadurch Kunden wegblieben. In sozialen Netzwerken werden teils erbitterte Diskussionen geführt. Gegner des Projekts haben einen eigenen Mailverteiler, in dem sie sich austauschen.
Felix Märker, der als Stadtplaner bei der Stadt Stuttgart den Verkehrsversuch koordiniert, äußert sich empört über die „mutwillige Zerstörung der Pflanzen an den begrünten Sitzelementen“, wie er sagt. „Man kann gegen eine Sache sein und seine Meinung äußern. Wir als Stadt bieten viele Möglichkeiten über Projekte wie den Superblock zu diskutieren, um konstruktive Lösungen zu finden.“ Vandalismus sei aber keine Form der Auseinandersetzung: Viele Anwohnerinnen und Anwohner begrüßten die Begrünung des Straßenraums, „wir müssen nun schauen, ob die Pflanzen ersetzt werden können“.
Der Verkehrsversuch soll bis Herbst 2025 andauern. Das Ziel ist mehr Lebensqualität und mehr Grün auf der Straße – auch um das Mikroklima vor Ort abzukühlen. Zudem soll getestet werden, wie sich ein Wegfall von Parkplätzen in der Realität auswirkt.