An der Köngener Burgschule wurde die Betonfassade beschmiert. Foto: kd
Unbekannte hinterlassen in Köngen immer wieder Farbschmierereien an denselben Stellen – jüngst hat es wieder die Burgschule und den Turm beim Römerkastell erwischt.
Kerstin Dannath
23.02.2026 - 14:00 Uhr
Es ist eine unendliche Geschichte – erneut wurde die Betonfassade der Köngener Burgschule sowie die Natursteinmauer und die Türen des Eckturms im Römerpark mit unschönen Graffitis beschmiert. Wieder einmal hat die Gemeinde eine Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei erstattet und eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgelobt.
Wann genau die Graffiti angebracht wurden, ist unklar, vermutlich aber in der Zeit zwischen dem 30. Januar und dem 1. Februar. Der aktuelle Schaden wird mit rund 2000 Euro beziffert, die Schmierereien werden zeitnah vom Köngener Bauhof beseitigt. Während die Burgschule mit einer politischen Botschaft beschmiert wurde, prangt an der Natursteinmauer des Eckturm groß die Zahl „57“ - das Logo taucht seit Jahren immer wieder an verschiedenen Stellen im Ort auf und bezieht sich vermutlich auf die Köngener Postleitzahl. Die Türen des Turms wurden mit verschiedenen Schriftzügen und weiteren Zahlen beschmiert.
„Kaum sind die Schmierereien weg, sind sie wieder da.“
Das Problem mit den Farbschmierereien gibt es in Köngen schon lange: So hat die Gemeinde 2024 und 2025 jeweils 12 500 Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden ausgegeben. Allein im Römerpark wurde die Tür des Eckturms im April, im August und im September 2025 immer wieder mit Graffiti beschmiert. „Kaum sind die Schmierereien weg, sind sie wieder da“, ärgerte sich Köngens Bürgermeister Ronald Scholz angesichts der sinnlosen Zerstörung bereits vor ein paar Wochen. Er warnte in diesem Zusammenhang zudem weitergehenden Folgen der Sachbeschädigungen: „Eine Verwahrlosung im öffentlichen Raum führt schnell dazu, dass Orte entstehen, an die man nicht mehr gerne hingeht.“
Weitere Schwerpunkte in Köngen sind neben den Schulen und dem Römerpark auch das Burgforum inklusive Pumptrack sowie die Ulrichsbrücke über den Neckar. An dem historischen Bauwerk werden immer wieder die Beleuchtungskörper zerschlagen – trotz der Tatsache, dass die Gemeinde Köngen schon vor Jahren viel Geld in besonders bruchfestes Glas investiert hat. So ist dort ein weiterer Angstraum entstanden: Denn die Leuchten sind außer Betrieb und die Fußgängerbrücke wird nur spärlich von der nebenan verlaufenden Autostraße beleuchtet. Da in diesem Jahr sowieso eine statische Überprüfung der Ulrichsbrücke ansteht, will sich die Kommune aber noch mal mit dem Problem beschäftigen.
Weniger Geld für privates Sicherheitsunternehmen
Um der Situation Herr zu werden, hatte Köngen im vergangenen Jahr erstmals ein privates Sicherheitsunternehmen engagiert, dass die entsprechenden Orte regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls Platzverweise aussprechen darf. Kostenpunkt 15 000 Euro. Auch im Haushalt 2026 soll der Posten wieder berücksichtigt werden – allerdings wurden auf Antrag der Grünen die ursprünglich veranschlagten 15 000 Euro auf 8000 Euro reduziert. Stattdessen will die Kommune verstärkt auf aufsuchende Sozialarbeit setzen: Dafür sollen neben den Mitarbeitern des Jugendhauses auch die Jugendsachbearbeiter der Polizei mit ins Boot genommen werden. Zudem wird die zuletzt eingeschlafene Nachtwanderer-Initiative reaktiviert: Gesucht werden Menschen ab 25 Jahren, die Lust haben sich ehrenamtlich zu engagieren.
Neue Nachtwanderer werden in Sachen Deeskalationstraining, Erste Hilfe und rechtliche Grundlagen geschult, kündigt Rainer Haberbosch, bei dem die Fäden zusammenlaufen, an. Die Teams sind vorwiegend am Wochenende ab 21 Uhr in Dreiergruppen an den Hotspots in Köngen unterwegs. Nachtwanderer verstehen sich ausdrücklich nicht als „Hilfspolizei“, wie Haberbosch betont, sie suchen das Gespräch mit den Jugendlichen, bieten Hilfe an und vermitteln bei Bedarf. Das nächste Treffen der Köngener Nachtwanderer findet am 4. März um 19 Uhr im Köngener Hotel Schwanen statt, Interessierte sind herzlich willkommen. Infos gibt es auch per Mail an: nachtwanderer@koengen.de.
Wer sachdienliche Hinweise zu den Vandalismusschäden in Köngen hat, kann sich beim Polizeirevier in Wendlingen (070 24 / 92 09 90) melden.