Vandalismus in Salach Schmierereien nehmen überhand
Zerstörungswut in Rechberghausen: Am Wochenende gab es Schmierereien an der Schule und im Grünen Trauzimmer.
Zerstörungswut in Rechberghausen: Am Wochenende gab es Schmierereien an der Schule und im Grünen Trauzimmer.
Wir kommen nicht mehr hinterher.“ Claudia Dörner wirkt desillusioniert. Die Bürgermeisterin von Rechberghausen sieht sich einer Welle von Schmierereien im Gemeindegebiet gegenüber. Doch auch die Zerstörung öffentlicher Anlagen höre einfach nicht auf. Immer wieder werde Graffiti entdeckt – bei der Feuerwehr, auf Gebäuden im Landschaftspark, auf Straßenschildern und anderen Flächen. Am vergangenen Wochenende wurde unter anderem die Schurwaldschule massiv von den unbekannten Tätern heimgesucht. „Fast ringsherum“ an den Wänden, aber auch an Fenstern und sogar auf Tischtennisplatten seien primitive Parolen, obszöne Symbole, aber auch die beiden hintereinander geschriebenen Zahlen 18 und 28 hinterlassen worden, berichtet die Bürgermeisterin. Sie habe mit dieser Ziffernkombination, die wie eine Jahreszahl wirkt, zunächst nichts anfangen können. Sie sei aber darauf hingewiesen worden, dass es möglicherweise einen rechtsextremen Hintergrund gebe. 18 steht bei Rechten für die Anfangsbuchstaben Adolf Hitlers im Alphabet, 28 für „Blood and Honour“, also Blut und Ehre.
Schulleiterin Sabine Hilbich sagt, sie vermute wegen der Ziffern, dass es einen rechten Hintergrund geben könnte. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm meinte, der Polizeiposten Rechberghausen ermittle wegen Sachbeschädigung. Was die Täter zu diesen Zahlenkombinationen bewogen habe, wüssten sie wohl nur selber.
Entdeckt worden waren die Schmierereien am Samstagvormittag, berichtet Claudia Dörner. Weil zufällig ein Maler am Montag ohnehin in der Schule zu tun hatte, erklärte er sich auf Bitten der Gemeinde bereit, die Schmierereien, die sich nicht einfach entfernen ließen, nach der Freigabe durch die Ermittler der Polizei gleich zu überpinseln. Deshalb ist dort kaum mehr etwas zu sehen. Sehr wohl aber im Grünen Trauzimmer der sogenannten „Hochzeitsgemeinde“, nur ein paar Meter von der Schule entfernt im Landschaftspark Töbele. Dort habe sich die Sprühfarbe förmlich in den Naturstein eingefressen und lasse sich auch nicht entfernen, sagt Dörner. Und dort seien auch Stühle wild umhergeworfen worden.
Im Grünen Trauzimmer „sieht es morgens ohnehin oft aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen“, sagt die Bürgermeisterin. Wähle man die Möglichkeit, das Kleinod einzuzäunen, gehe aber der Reiz des freien Blicks für die Brautpaare völlig verloren, seufzt Dörner. Deshalb hofft sie, dass die Verantwortlichen bald geschnappt werden. Sie gehe von einer eher jugendlichen Tätergruppe aus. Schulleiterin Sabine Hilbich sagt, es bestehe natürlich die Möglichkeit, dass Schüler oder ehemalige Schüler der Schurwaldschule dahinter steckten. Es gebe auch einen Verdacht, der an die Polizei weitergegeben wurde. In früheren solchen Fällen habe sich aber eine ganz andere Personengruppe als Täter herausgestellt.
Claudia Dörner betont, die Serie von Beschädigungen gehe langsam ins Geld.