Vandalismus in Stuttgart Zerstörungswut auf Toiletten vom Pragfriedhof

Die Toiletten beim Krematorium wurden zertrümmert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Vandalismus auf Stuttgarts Friedhöfen kostet die Stadtverwaltung Unsummen. Besonders betroffen sind Prag-, Haupt- und Waldfriedhof.

Die Toiletten beim Krematorium auf dem Pragfriedhof können wieder benutzt werden. Nachdem die WC-Anlage in einem Akt blinder Zerstörungswut vergangenen Monat zertrümmert worden ist, wurde sie jetzt ersetzt: mit Keramiktoiletten und -waschbecken. Damit die Anlage künftig nicht mehr so leicht zerstört werden kann, soll sie laut Karola Ortmann vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt „mittelfristig“ durch eine Edelstahlvariante ersetzt werden. Das ist noch nicht passiert, weil dafür größere Umbauten notwendig sind und die Ausstattung längere Lieferzeiten hat. „Bestellt ist aber alles.“

 

Reparatur beschädigter Grabmale ist Privatangelegenheit

Nicht das erste Mal sind Toilettenanlagen kurz und klein geschlagen worden. Auf den Stuttgarter Friedhöfen passiert das immer wieder. Zudem wurden im April vergangenen Jahres erst die Toiletten im Höhenpark Killesberg zertrümmert und anschließend die Dixi-Klos angezündet, die kurzfristig als Ersatz aufgestellt wurden (wir berichteten). Was die Friedhöfe angeht, sind neben dem Pragfriedhof in Stuttgart-Nord der Hauptfriedhof in Bad Cannstatt und der Waldfriedhof häufig Zielscheibe von Vandalismus – und auch dort vor allem die WC-Anlagen. Kreuze und Grabsteine werden seltener zerstört. Dabei geht es laut Ortmann häufig um Diebstahl von Metallen. Die Kosten für Reparaturen gehen jedoch nicht zu Lasten der Stadt, sondern zu Lasten der Inhaber der Grabnutzungsrechte.

Zeitschaltuhren sollen Vandalismus eindämmen

Um das Zertrümmern der WC-Anlagen einzudämmen, plant das Garten-, Friedhofs- und Forstamt jetzt, zerstörte Anlagen durch die weniger anfällige Edelstahlausstattung zu ersetzen und außerdem Zeitschaltuhren einzubauen, um die Toiletten nachts zu verriegeln. Die Friedhöfe nachts komplett abzusperren, wie es auch schon gefordert wurde, hält Ortmann dagegen für keine gute Lösung: „Da klettern die Vandalen über Tore, Mauern und Zäune und verwüsten dabei noch mehr“, ist Ortmann überzeugt. Als Leiterin der Abteilung Friedhöfe ist sie in engem Kontakt mit der Polizei. Ortmann: „Wenn deren Zeit es zulässt, kontrollieren die Beamten auch unsere Friedhöfe.“

Die Schäden, die dort entstehen, gehen mittlerweile in den fünfstelligen Bereich. Auf dem Pragfriedhof entstanden in den vergangenen drei Jahren Kosten von rund 35 000 Euro. In diesem Jahr fallen bislang mehrere 10 000 Euro an. Auf Haupt- und Waldfriedhof liegen die Kosten bei um die 5000 Euro pro Jahr. Dass der Pragfriedhof besonders betroffen ist, hängt nach Auskunft von Ortmann auch damit zusammen, dass der Eckartshaldenweg durch den Friedhof führt. Auch da wird beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt über Lösungen nachgedacht: Ortmann: „Vielleicht lässt sich durch eine mittelfristige Umgestaltung und Ausleuchtung das Problem lösen.“

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