Vartas Beinahe-Pleite Porsche rettet seinen Zulieferer – und den 911er gleich mit

Der Batteriehersteller Varta befindet sich in einer Schieflage. Foto: dpa/Sina Schuldt

Mit der Unterstützung für Varta hält Porsche einen wichtigen Zulieferer über Wasser. Das ist für alle Beteiligten besser als eine Varta-Pleite.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

Deutschlands Autobauer fahren sehr gut mit dem weitverzweigten System von Zulieferern, auf die sie sich stützen. Diese Lieferanten sind auf teilweise nur kleine Teile der Wertschöpfungskette spezialisiert und können wesentlich effektiver arbeiten als Hersteller, die das gesamte Produkt mit oft vielen Tausend Teilen entwickeln, herstellen und vermarkten. Der Zulieferer baut durch die Zusammenarbeit mit Herstellern Know-How auf, von dem diese profitieren – eine Situation, die allen Gewinn bringen kann.

 

Das Risiko der Kettenreaktion

Doch immer wieder zeigen sich auch die kaum vermeidbaren Schwachstellen dieses Systems. Schon kleine Fehler in diesem Netz können die Fertigung eines ganzen Produkts auf Spiel setzen und immense Schäden verursachen. Daher arbeiten Hersteller immer wieder daran, existenziell bedrohte Zulieferer zu stützen, damit sie nicht fallen und in einer Kettenreaktion die gesamte Produktion lahmlegen.

Das gilt umso mehr für die nun geplante Rettung des Ellwanger Batterieherstellers Varta durch den Stuttgarter Autohersteller Porsche. Denn Varta ist für Porsche ein strategischer Partner, auf den man sich bei der Teilelektrifizierung des Kernmodells 911 festgelegt hatte. Durch Fehleinschätzungen der Nachfrage nach den eigenen Batterien, etwa für Apples Air Pods, war Varta derart in Schieflage geraten, dass auch die Hybridisierung des 911er in Gefahr geraten war.

Der Porsche 911 GTS mit dem neu entwickelten Hybridantrieb Foto: Porsche AG

Da ist es durchaus vernünftig, einzugreifen – zumal Porsche sich mit einer Finanzspritze auch Einfluss auf das Unternehmen sichert. Für die Altaktionäre ist diese Lösung bitter, droht ihnen doch der Totalverlust, der sie schmerzhaft daran erinnert, dass die Aktie ein Investment mit Risiko ist. Für Varta, die dort Beschäftigten und auch für Porsche ist das geplante Vorgehen aber um ein Vielfaches besser als die Pleite eines Unternehmens, dessen Problem offenbar eher in der Strategie liegt als in der Produktpalette.

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