Veganuary-Challenge 2021 Selbstversuch: Einen Monat lang nur Pflanzen essen

Unser Autor Dominic Berner möchte vorerst einen Monat lang vegan leben. Foto: Pixabay 5 Bilder
Unser Autor Dominic Berner möchte vorerst einen Monat lang vegan leben. Foto: Pixabay

Unser Volontär Dominic Berner nimmt in diesem Jahr am „Veganuary“ teil. Das ist eine Internet-Challenge, bei der man sich den Januar über vegan ernährt. Sein Fazit: Eigentlich gar nicht so übel!

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Esslingen - Das Jahr 2021 beginnt für mich mit einer Herausforderung: Einen Monat lang möchte ich komplett auf tierische Nahrungsmittel verzichten. Der Anlass dafür ist die Internet-Challenge „Veganuary“. Sie ruft dazu auf, sich den gesamten Januar über vegan zu ernähren. Zwei Wochen habe ich schon hinter mir – und ich entwickle von Tag zu Tag mehr Freude am Veganerdasein.

Haferflocken mit Hafermilch?

Fleisch und Wurstwaren von seinem Speiseplan zu streichen, ist aus meiner Sicht keine große Herausforderung. Ganz ohne tierische Produkte wie Käse, Joghurt, Honig und Eier auszukommen, erschien mir dagegen lange unmöglich.

Doch man hört viel Gutes über die rein pflanzliche Ernährung. Sie schone die Umwelt, weil dadurch Agrarflächen eingespart würden. Sie verbessere die Tierhaltung und sei bekömmlicher für den Körper. Aus Neugier habe ich mich deshalb auf der Seite des Veganuary registriert und für den Newsletter angemeldet.

In den ersten Tagen fühlte ich mich etwas verloren. Unter normalen Umständen achte ich selten darauf, was in den Produkten drin steckt. Mein Kaufverhalten wird von Genuss und schönen Verpackungen gesteuert. Ich stand also im Supermarkt und fragte mich, was ich denn außer Obst und Gemüse einkaufen könnte. Besonders das Frühstück bereitete mir große Probleme. Haferflocken mit Hafermilch? Sojajoghurt? Nur eine Banane?

Es öffnen sich neue Welten

Die Organisation Veganuary bietet Hilfe. Regelmäßig bekommen die Teilnehmer per Newsletter Rezeptideen und Informationen rund um das Vegansein zugeschickt. Mir hilft besonders, dass auch ein guter Freund von mir dieses Experiment gewagt hat. Und so updaten wir uns gegenseitig mit unseren Erfahrungen.

Ebenfalls ein guter Info-Kanal ist die Instagram-Seite der Challenge. Dort werben auch Promis und Influencer wie der Esslinger Künstler Tim Bengel für die vegane Ernährung.

Ich merke immer stärker: Wer sich vegan ernährt, verzichtet keineswegs auf Lebensqualität. In gut sortierten Supermärkten gibt es eine breite Vielfalt an Ersatzprodukten wie Hafer-, Mandel- oder Sojamilch. Eine Art Käse aus Nüssen, verschiedene Wurst- und Fleischalternativen wie vegane Salami oder rein pflanzliches Cordon bleu. Verrückt ist dabei, dass ich bei manchen Produkten keinen merklichen Unterschied schmecke – gut, häufig stimmt die Konsistenz oder Farbe nicht. Geschmacklich würde ich aber soweit gehen, dass manche Ersatzprodukte leckerer sind, als das tierische Original.

Außerdem beschäftigt man sich eindringlicher mit dem Thema Essen. Beinahe täglich stoße ich auf Gerichte, die ich sonst vermutlich nie zubereitet hätte. Mein Tipp ist übrigens Pasta mit Avocado-Pesto.

Spürbare Veränderungen?

Zu behaupten, ich würde mich nach 14 Tagen Veganuary wie neu geboren fühlen, ist natürlich Quatsch. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Ernährungsumstellung positive Auswirkungen auf mein Wohlbefinden hat. Denn veganes Essen ist leichter verträglich, ich spüre kein Magengrummeln, habe kein unangenehmes Völlegefühl nach den Mahlzeiten. Ich fühle mich ein Stück weit besser.

Zum Thema Veränderung passt auch die Frage, ob sich die Ernährungsumstellung auf den Geldbeutel auswirkt. Nach zwei Wochen Experiment würde ich sagen: Vegane Ernährung muss nicht teurer sein. Auch in Discountern gibt es mittlerweile viele vegane Produkte wie Brotaufstriche, spezielle Nudelsorten und Milchalternativen zu kaufen.

Schöne Lockdown-Beschäftigung

Tendenziell habe ich aber etwas mehr Geld ausgegeben. Vermutlich liegt das daran, dass ich mir verschiedene vegane Basics erst zulegen musste. Beispielsweise traf mich fast der Schlag, als ich für acht Euro Cashew-Mousse kaufen sollte. Es gibt auch noch einen weiteren Faktor: Man beschäftigt sich (wie gesagt) mehr mit dem Thema Essen, kocht mehr und aufwendiger und achtet dementsprechend darauf, hochwertige Produkte zu kaufen.

Jedem Unentschlossenen kann ich nur ans Herz legen, es mal auszuprobieren. Vegane Ernährung ist mehr als Linsen mit Quinoa. Mein Zwischenfazit: Ich bin wirklich angenehm überrascht, wie gut man doch ohne tierische Produkte zurecht kommt. Und der Veganuary ist ein schöne, nützliche Beschäftigung, um im Corona-Lockdown die Langeweile zu verdrängen.

Klar, der Januar ist beinahe schon wieder vorbei, trotzdem kann man bei der Challenge noch mitmachen. Auf der Webseite können sich Wagemutige für die 30-Tage-Challenge anmelden.

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