Veränderung im Stuttgarter Gemeinderat Stadtrat verlässt die Stadtisten

Von Thomas Braun 

Die Stadtisten verlieren ihren ersten und bisher einzigen Stadtrat: Ralph Schertlen verlässt mit Wirkung zum 1. März die Wählervereinigung aus Enttäuschung über seine schlechte Platzierung bei der Listenaufstellung. Der Einzelstadtrat bleibt aber bis zum Ende der Wahlperiode im Gemeinderat – und hat weitere politische Ambitionen.

Ralph Schertlen kehrt den Stadtisten den Rücken und gründet eine eigene Gruppierung, mit der er bei der Kommunalwahl antreten will. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Ralph Schertlen kehrt den Stadtisten den Rücken und gründet eine eigene Gruppierung, mit der er bei der Kommunalwahl antreten will. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Ralph Schertlen, bisher einziger Vertreter der Stadtisten im Stuttgarter Gemeinderat, verlässt die Wählervereinigung und will für den Rest der Wahlperiode als unabhängiger Einzelstadtrat im Kommunalparlament agieren. Zur Kommunalwahl am 26. Mai wolle er mit einer eigenen Liste antreten, kündigte der Bosch-Entwicklungsingenieur am Donnerstag in einer persönlichen Erklärung vor dem Gemeinderat an.

Schertlen zieht damit die Konsequenz aus seinem schlechten Abschneiden bei der Listenaufstellung der Stadtisten, die ihren Stadtrat nach internen Meinungsverschiedenheiten über seine politischen Positionen nur auf Platz 7 gewählt hatten. Mit seiner technikaffinen Haltung und seinem unberechenbaren Abstimmungsverhalten hatte Schertlen in den vergangenen Jahren nicht nur die politische Konkurrenz, sondern offenbar auch die Stadtisten-Basis verstört. Auf deren Wahlliste rücken nun von Platz 8 an alle Bewerber um einen Platz vor, der 60. Platz wird neu vergeben.

Die Sprecher der Stadtisten, Thorsten Puttenat und Martin Zentner, erklärten, der Austritt werde zum 1. März wirksam. Offenbar habe die schlechte Listenplatzierung den endgültigen Ausschlag für Schertlens Schritt gegeben. „Das ist wie in einer Beziehung. Wenn’s nicht läuft, trennt man sich“, so Puttentat. Schertlens politische Ambitionen wird das wohl nicht bremsen: Neben der Kommunalwahl hat der Stadtrat bereits die Kandidatur für die OB-Wahl im nächsten Jahr ins Visier genommen.

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