Veranstalter in Freiberg am Neckar ab Freiberger Bürgerlauf: Tradition endet

Der neue Veranstalter hat den vor allem bei jungen Läufern beliebten Wettbewerb aus organisatorischen Gründen abgesagt. Hinter den Kulissen brodelt es aber.

In Freiberg bleiben die Laufschuhe  liegen. Foto: freezframe/Adobe Stock
In Freiberg bleiben die Laufschuhe liegen. Foto: freezframe/Adobe Stock

Freiberg/Neckar - Die Pressemitteilung der Stadt Freiberg am Neckar fällt knapp aus in Anbetracht der Tatsache, dass damit eine Traditionsveranstaltung zu Grabe getragen wird: Der Freiberger Bürgerlauf wird nicht fortgesetzt. Lange habe man einen Nachfolger für die Ausrichtung des jährlichen Wettkampfs gesucht, nachdem die ehrenamtlichen Ausrichter bereits lange vor dem zwölften Lauf im vorigen Jahr angekündigt hatten, sich zurückzuziehen. Die Freude war groß, als dann die Ludwigsburger Firma Tempomacher Interesse bekundete, die auch den Ludwigsburger Citylauf organisiert.

Doch die Hoffnungen erwiesen sich als trügerisch: Wegen „organisatorischer Probleme“ haben sich die Verantwortlichen gezwungen gesehen, die Ausrichtung des Bürgerlaufs für 2018 abzusagen. Mehr ins Detail möchte niemand der Betroffenen gehen, weder die Stadt, noch Tempomacher oder die ehrenamtlichen ehemaligen Veranstalter. Inoffiziell ist die Rede von Kommunikationsproblemen und unterschiedlichen Vorstellungen, wie so ein Event organisiert gehört. Doch offiziell möchte sich dazu niemand äußern. Man habe den Rückzieher „zur Kenntnis genommen“, sagt Bernhard Joos, der Fachbereichsleiter für Kultur und Bildung in Freiberg, dazu schmallippig.

1389 Personen kamen voriges Jahr ins Ziel

Auch aus der Idee von Tempomacher, zumindest den Grundschulcup des Bürgerlaufs zu retten, indem man ihn in den Ludwigsburger Citylauf integriert, wird nichts. Die Freiberger Schulen lehnten dies mit dem Hinweis ab, dass es dann keine örtliche Veranstaltung mehr sei. Bei Roy Fischer von Tempomacher ist die Verstimmung darüber zu hören: „Wir haben das versucht, damit diese Lücke für die Freiberger Schüler nicht entsteht. Aber entscheiden können wir das nicht.“ Beim Freiberger Bürgerlauf haben regelmäßig überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche teilgenommen. Insgesamt liefen im vergangenen Jahr 1389 Personen durchs Ziel.

Die ehemaligen ehrenamtlichen Veranstalter waren im Verein PIF-Volkslaufserie organisiert. PIF steht für Pleidelsheim-Ingersheim-Freiberg. In diesen drei Kommunen fanden jeweils Läufe mit gemeinsamer Wertung statt. Heute existiert nur noch der Pleidelsheimer Lauf – und auch hier ist die Zukunft ungewiss: Die Kommune und der örtliche Sportverein müssen entscheiden, ob sie das Event im kommenden Jahr austragen wollen. Der PIF-Verein wird ihnen nicht mehr helfen – er hat sich Mitte November 2017 aufgelöst.

Tempomacher will den Bürgerlauf auch 2019 nicht austragen

„Wir waren ursprünglich angetreten mit der Idee, dass wir das Kind auf die Welt bringen und ihm das Laufen beibringen“, sagt Martin Hampp, der ehemalige Vorsitzende. Die Zukunft des Bürgerlaufs in Freiberg bleibt bis auf Weiteres ungewiss. Klar ist: 2018 wird er nicht stattfinden. Und ob sich für 2019 ein Veranstalter findet, ist offen. Roy Fischer von Tempomacher sagt nur so viel: „Wir werden es nicht sein.“

Damit verliert Freiberg eine weitere Veranstaltung. Auch das Bürgerfest, das in der Vergangenheit mit dem Bürgerlauf eröffnet wurde, findet aus Kostengründen nur noch alle zwei Jahre statt. Dieses Jahr gibt es stattdessen ein Street-Food-Festival von einem privaten Anbieter. Da die Vereine dabei aber keine Einnahmen durch die Bewirtung haben, will nun ein Verein in Eigenregie ein Fest im Stadtzentrum auf die Beine stellen: Der Akkordeonverein plant Mitte Juni das erste Marktseefest der Stadt.