Veranstalter von „Sindelfingen rockt“ Johannes Leichtle zieht Fazit – und kritisiert ein anhaltendes Problem

Die Led-Zeppelin-Tribute-Band Mothership hat Veranstalter Johannes Leichtle besonders überzeugt. Weitere Impressionen der vergangenen Konzertwochen finden Sie in unserer Bildergalerie. Foto: Stefanie schlecht

Die neunte Auflage von „Sindelfingen rockt“ ist am Mittwoch mit dem fünften Gratiskonzert zu Ende gegangen. Veranstalter Johannes Leichtle zieht Bilanz – und zwar eine sehr gemischte.

Volontäre: Rouven Spindler (rsp)

Professionelle Tribute-Bands, klasse Konzerte und tolles Wetter – eigentlich müsste Johannes Leichtle hochzufrieden sein. Das ist der Veranstalter von „Sindelfingen rockt“ nach den fünf Gratis-Konzerten aber nur bedingt. Zu einem großen Teil ist er auch ziemlich aufgebracht: Wegen der vielen Besucher, die Alkohol auf das Gelände mitbringen.

 

Die neunte Auflage von „Sindelfingen rockt“ ist vorüber. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Wir hatten fünf Tage Sonnenschein. Der Besucherzulauf war wieder gut. Das Problem mit dem Fremdalkohol ist immens. Es ist unverschämt, dass das trotz der ganzen Aufrufe anhält. Man macht darauf aufmerksam, man bittet höflich darum – und es wird ignoriert. Das ist eine Unart, wenn jemand sagt, dass er etwas nicht möchte, und andere es trotzdem machen. Das sind genau die Menschen, die erwarten, dass man gewisse Grenzen nicht überschreitet. Und sie tun es.

Johannes Leichtle ist das Lachen zeitweise vergangen. Foto: privat/Archiv

Ist das nicht besser geworden nach dem ersten Konzertabend?

Am vergangenen Mittwoch habe ich wieder Leute gesehen, die in den Liegestühlen der Sponsoren sitzen und ihre eigenen Flaschen Wein konsumieren. Das finde ich so was von dreist, dass sie nicht mal irgendwo stehen, sondern auch noch das Inventar verwenden. Und wie sie gläserweise Fremdalkohol von den umliegenden Kneipen bei mir auf den Platz tragen, hinterlässt einen sprachlos. Ich bin weiterhin verärgert, dass Kneipen drumherum ihr Bier für drei Euro im Glas verkaufen. Wer das macht, schadet nicht nur mir, sondern auch sich selbst, weil er nämlich kein Geld damit verdient. Es wurde dem Wirt untersagt, Plastikbecher auszugeben, jetzt macht er es im Glas, was noch viel schlimmer ist. Am Mittwoch hatte ich den Platz voller Scherben.

Gab es trotz dieses Ärgers für Sie ein musikalisches Highlight?

Das mag der ein oder andere so nicht erkannt haben, aber die Led-Zeppelin-Tribute-Band war musikalisch das Hochwertigste, was wir in diesem Jahr hatten. Was der Gitarrist und der Sänger da geleistet haben, das war beeindruckend.

2025 steht die Jubiläumsauflage an. Können Sie schon verraten, was geplant ist oder was Sie verändern möchten?

Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht und mache jetzt erst einmal einen Strich darunter, bevor wir an das nächste Jahr denken. Die Umsätze liegen unter denen aus dem letzten Jahr, obwohl es da zweimal geregnet hatte. Das muss alles in die Betrachtung miteinbezogen werden.

Denken Sie etwa darüber nach, „Sindelfingen rockt“ einzustellen?

Ob es weitergeführt wird, steht nicht zur Debatte. Aber ich stelle infrage, ob es in dieser Form weitergeführt wird. Es ist ärgerlich, dass die Gesamtgesellschaft unter zehn Prozent Unbelehrbaren leiden muss. Das sind dann immer die zehn Prozent, die am lautesten schreien, dass der Rest der Gesellschaft nicht belehrbar ist.

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