Veranstaltung in Schönaich Gedenken an Opfer des Busunglücks von Pfäffikon
Am Montagabend gedenken Gemeinde, Kirchen und Bürger den Opfern des Busunglücks von Pfäffikon. Vor genau 40 Jahren waren 39 Schönaicher ums Leben gekommen.
Am Montagabend gedenken Gemeinde, Kirchen und Bürger den Opfern des Busunglücks von Pfäffikon. Vor genau 40 Jahren waren 39 Schönaicher ums Leben gekommen.
Schönaich hat am Montagabend, am 40. Jahrestag des Busunglücks von Pfäffikon, der 39 Opfer gedacht. Zu der Gedenkveranstaltung auf dem Schönaicher Friedhof fanden sich neben Vertretern der Kirchen, der Gemeinde und des TSV Schönaich auch etwa 250 Bürger ein. Viele von ihnen Hinterbliebene der Menschen, die am 12. September 1982 in Pfäffikon im Schweizer Kanton Zürich ihr Leben lassen mussten. Damals war ein Bus mit insgesamt 41 Insassen an einem Bahnübergang von einem Regionalzug erfasst worden. Nur zwei Menschen überlebten die Kollision.
Im Rahmen der berührenden Gedenkstunde mit ökumenischem Gottesdienst sprach Schönaichs Bürgermeisterin Anna Walther von einem „Schicksalstag“ und „einem der dunkelsten Tage“ für den Ort, der bis heute nachwirkt: „Man sieht die Ungläubigkeit und den Schock im Gesicht der Menschen, die neu in Schönaich sind und zum ersten Mal von dem Unglück hören. Und bei den Hinterbliebenen sieht man den tiefen Schmerz – auch nach 40 Jahren.“
Die Tragödie habe Schönaich in seinen Grundfesten erschüttert, sagte Anna Walther. In den schweren Stunden habe die Ortsgemeinschaft aber Trost gespendet, sei eng zusammengerückt, habe Hilfe geleistet, materielle Nöte abgefedert und mit der Gedenkveranstaltung am Montagabend gezeigt, dass die Hinterbliebenen 40 Jahre später nicht alleine gelassen würden in der Trauer.
Welche Lücke der Verlust der 39 Menschen, die allesamt Angehörige der Fußball-Altherren-Mannschaft des TSV Schönaichs waren, in die Leben der Verwandten und für das Vereinsleben riss, unterstrich TSV-Vertreter Jürgen Lutz: „Kein Geld der Welt kann den Verlust auffangen. Bei der Fußballabteilung des TSV hat es eine große Lücke gegeben.“ Trotz der Solidaritätswelle, die Verein, Gemeinde und Bürgerschaft erlebt haben – zum Beispiel als der FC Bayern München, der VfB Stuttgart und die Uwe-Seeler-Traditionself zu Benefizspielen nach Schönaich kamen –, überwog bei allen das blanke Entsetzen. „Wir sind den Toten dankbar dafür, was sie alles für den Verein getan haben. Deshalb verneigen wir uns vor ihnen. Sie sind zuhause und haben jetzt nur noch Heimspiele“, so Jürgen Lutz, der seine emotionale Rede nur einige weniger Meter entfernt von den Gräbern hielt.
Pastorin Annette Denneler wies auf die Unerklärlichkeit eines solchen Unglücks hin. „Wir Menschen suchen nach Worten, reden darüber und finden auch Trost in Worten. Trotzdem fehlen uns die Worte. Es bleibt unerklärlich.“ Für die Hinterbliebenen, darunter 43 Kinder, die zu Vollwaisen wurden, ging es zeitlebens darum, mit dem Verlust zu leben. „Wir sehen die Bilder, Särge, Gräber und hoffen dennoch, dass es die Menschen nach dem Tod nicht im Nichts verschwinden“, so die evangelische Pfarrerin.
Auf die Kraft Gottes als Tröster in schweren Zeiten verwiesen auch die Vertreter der Katholischen Kirche, Pfarrer Anton Fein, Pastorin Ellen Widmer von der Evangelisch-Methodistischen und Oliver Schlayer von der Neuapostolischen Kirche. Über die Ansprachen hinaus sorgten der Musikverein und die Kerzen in den Händen der rund 250 Teilnehmer für eine bewegende Atmosphäre. Ihren Abschluss fand die Veranstaltung mit dem Verlesen der Namen der 39 Toten, einer Gedenkminute an den drei Kränzen und dem Musikstück „Der Mond ist aufgegangen“.