Veranstaltungen auf dem Schlossplatz Stuttgart Jubiläumsreigen an der Jubiläumssäule

Der Stuttgarter Schlossplatz wird 2018 zum Schauplatz von drei großen Jubiläen. Foto: Horst Rudel

2018 rückt Stuttgarts Schlossplatz noch stärker in den Fokus von Veranstaltungen als sonst. Runde Geburtstage feiern dort die Jazzopen, das Internationale Trickfilmfestival sowie ein Ableger des Volksfests.

Stuttgart - Gute Stube der Stadt oder Veranstaltungsfläche mit herzeigbarer Randbebauung – an der Frage, wie mit dem Schlossplatz in Stuttgart zu verfahren sei, scheiden sich die Geister. Der Blick in den Veranstaltungskalender zeigt: Auch 2018 wird einer der schönsten Orte der Stadt häufig Schauplatz für Veranstaltungen sein. Daran haben sich die Bewohner und Besucher der Stadt gewöhnt. Dennoch ragt 2018 heraus, denn es werden gleich drei große Jubiläen auf dem Schlossplatz gefeiert.

 

Je 25 Jahre alt werden die Jazz Open und das Internationale Trickfilmfestival (ITFS). Beide Reihen haben sich während des vergangenen Vierteljahrhunderts den Weg von der Randlage der Stadt auf die begehrte Fläche im Herzen Stuttgarts erkämpft. Den dritten runden Geburtstag feiert das Volksfest, das 200 Jahre alt wird und dabei den Weg über den Neckar hinüber in die Innenstadt wagt – zumindest mit einem kleinen Ableger. Vom 26. September bis zum 3. Oktober gastiert der Rummel auf dem Platz mit Blick aufs Neue Schloss. Was genau die Besucher dort erwartet, ist noch in Arbeit. „Das Konzept für das Historische Volksfest befindet sich aktuell in der Abstimmung und Planungsphase“, erklärt Jörg Klopfer, Sprecher der Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“. Bislang ist bekannt, dass das Gastspiel in der Stadt nicht einfach ein geschrumpftes Volksfest sein, sondern an die alten Tage des Rummels erinnern soll. Konkretere Pläne, sagt Klopfer, soll es bis zum Frühlingsfest geben, das vom 21. April an gewohnter Stelle auf dem Wasen die Besucher locken soll. 1,1 Millionen Euro wird die Volksfest-Stippvisite im Zentrum kosten. Die Stadt (500 000 Euro) und das Land (150 000 Euro) beteiligen sich an der Finanzierung. Der Rest soll aus Standmieten und Mitteln der Veranstaltungsgesellschaft zusammenkommen. Der Besucher wird hingegen nicht zur Kasse gebeten. Das Jubiläumsvolksfestle im Schatten der Jubiläumssäule kostet keinen Eintritt.

Fantastische Vier mit Heimspiel

Bei den Jazzopen muss der geneigte Musik-Fan dagegen Eintrittsgeld in die Hand nehmen. Dem ein oder anderen Besucher dürfte das angesichts des Jubiläumsprogrammes des Festivals auf dem Schlossplatz sicherlich leichter fallen: Am Abschlusswochenende des Open-Airs, das sich längst von einem allzu eng gefassten Jazz-Begriff verabschiedet hat, spielen vom 20. bis zum 22. Juli hintereinander die Elektro-Pioniere Kraftwerk mit ihrer herausragenden 3D-Show (freitags), gefolgt von Lenny Kravitz am Samstag und einem Heimspiel der besonderen Art am Sonntag: Dann präsentieren Die Fantastischen Vier ihr neues Album sowie jede Menge Hits ihrer schon länger als 25 Jahre dauernden Karriere.

Jürgen Schlensog, als Geschäftsführer der Opus Festival-, Veranstaltungs- und Management GmbH Veranstalter der Jazzopen, erzählte im Sommer 2017 im Interview mit unserer Zeitung, warum er regelmäßig Superstars von einem Auftritt auf dem Schlossplatz überzeugen kann: Neben einer ansehnlichen Summe Geld schätzten die Stars vor allem die Kulisse des Neuen Schlosses als Rahmen für ihre Auftritte.

David Gilmour, Sänger und Gitarrist von Pink Floyd, spielte im Sommer 2016 genau zwei Konzerte in Deutschland – in Wiesbaden und in Stuttgart. Nicht weil beide Städte herausragende Pop-Metropolen wären, sondern weil beide einen feierlichen Rahmen für Open-Air-Konzerte liefern. In Wiesbaden wird im Bowling Green musiziert, einer Grünanlage mit fürstlichem Kurhaus im Hintergrund. Und in Stuttgart springen eben wunderschöne Schloss-Aufnahmen für die Live-DVD ab.

Trickfilmfestival hat lange warten müssen

Das Internationale Trickfilmfestival (ITFS) wiederum hat einen weiten Weg zurückgelegt in die Herzkammer von Stuttgart. Anfangs fand der Branchentreff im toten Winkel der Landeshauptstadt statt. Ulkige Animations-Nerds trafen sich – von der breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – in der Liederhalle und blieben dort unter sich.

Dittmar Lumpp, der die Geschicke des Trickfilmfestivals als kaufmännischer Leiter bis zur Ausgabe von 2017 gemeinsam mit seinem künstlerischen Pendant Ulrich Wegenast geleitet hat, holte sich auf dem Weg auf den Schlossplatz mehrmals eine blutige Nase – bis ins Jahr 2011. Damals nahm das Team Lumpp/Wegenast den Schlossplatz, den Lumpp intern nur „Stadion“ nennt, in einer taktischen Meisterleistung ein. „2011 könnt ihr auf keinen Fall auf den Schlossplatz, weil dort 125 Jahre Automobil gefeiert werden, hieß es damals“, erinnert sich Lumpp. Der Regisseur des ITFS machte den Veranstaltern des Automobilsommers ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten: „Ich habe vorgeschlagen, unsere Leinwände kostenlos einzubringen, damit der Korso übertragen werden kann.“ Die Auto-Macher willigten ein, das Animationsfest hatte es endgültig in die gute Stube der Stadt geschafft.

Zum Jubiläum vom 24. bis 29. April 2018 soll die Historie des Festivals erlebbar gemacht werden. Vor Ort werden treue Wegbegleiter des ITFS wie beispielsweise David Silverman („Die Simpsons“) oder Pierre Coffin („Die Minions“) präsent sein. Außerdem ist ein besonderes Jubiläums-Filmprogramm geplant.

Weitere Themen