Veranstaltungen in Stuttgart Messen und Feiern sind abgesagt

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Eine Hochzeitsmesse sowie die Meisterfeier der Handwerkskammer Stuttgart können nicht wie geplant in der Landesmesse stattfinden. Demos hat die Stadt Stuttgart unter Einhaltung der Corona-Auflagen genehmigt.

Erneut Stillstand auf der Landesmesse: Zwei fürs Wochenende geplante Veranstaltungen sind untersagt. Foto: ImagoStock/Wilhelm Mierendorf
Erneut Stillstand auf der Landesmesse: Zwei fürs Wochenende geplante Veranstaltungen sind untersagt. Foto: ImagoStock/Wilhelm Mierendorf

Stuttgart - Angesichts des Infektionsgeschehens und des Bund-Länder-Beschlusses vom Mittwoch hat der Landkreis Esslingen seine Corona-Vorschriften verschärft und beschränkt öffentliche Veranstaltungen auf 100 teilnehmende Personen. Die Hochzeitsmesse „Wir heiraten“, die für dieses Wochenende auf der Landesmesse geplant war, darf nicht stattfinden. „Diese Entscheidung haben wir nach Rücksprache mit den Ministerialdirektoren des Wirtschafts- und des Sozialministeriums getroffen“, teilt der Esslinger Landrat Heinz Eininger mit. Abgesagt ist außerdem die 8. Jobmesse an diesem Wochenende.

Das hat die Veranstalter hart getroffen. „Wir hatten ein genehmigtes Hygienekonzept und eine Vollregistrierung der Besucher und trotzdem wurde uns 16 Stunden vor Beginn die Veranstaltung untersagt, während in Stuttgart in der Porsche-Arena oder der Schleyerhalle Veranstaltungen mit großem Publikum laufen“, sagt Ralf Schulze, der Veranstalter der Hochzeitsmesse. Sein Verlust belaufe sich auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Auch Felix Kopsieker von der Osnabrücker Messeagentur Barlag ist aufgebracht: „Der Lkw für unsere Jobmesse war schon unterwegs, der musste wieder umdrehen. In Stuttgart hingegen darf in der Karl-Benz-Arena die Schülermesse laufen.“ Zweierlei Maß – das erzürne Aussteller und Veranstalter.

Tatsächlich sind Ausnahmen von der strikten 100-Personen-Regelung möglich, wenn die Veranstalter ein mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept vorlegen können. So steht es im Bund-Länder-Beschluss. Stuttgart hat sich offenbar daran orientiert und bisher keine Veranstaltung abgesagt: „Der Veranstalter hat dafür zu sorgen, dass Veranstaltungen im geregelten Rahmen ablaufen“, so der Stadtsprecher Sven Matis.

Demo findet wie geplant statt

Das gilt auch für die mit 2500 Teilnehmern angemeldete Demo der Querdenker 711 unter dem Motto „Fest für Frieden und Freiheit“. Sie ist genehmigt worden und findet an diesem Samstag von 12 Uhr an auf dem Cannstatter Wasen statt. Um 15 Uhr soll ein Demonstrationszug mit geplant 2000 Teilnehmern starten und sich durch Bad Cannstatt bewegen. Es gebe keine Maskenpflicht für die Teilnehmer, weder für die Kundgebung noch für den Aufzug. „Die Straßen sind breit genug, und wir haben eine schriftliche Zusicherung des Anmelders, auf die Einhaltung des Abstands zu achten“, so die Stadt.

Für Sonntag, 18. Oktober, kündigt das alternative Radforum Zweirat Stuttgart ab 15 Uhr eine Kinder-Zweirad-Tour an, angemeldet ist außerdem die Montagsdemo des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 für 19. Oktober, 17.50 Uhr, auf dem Schillerplatz. Im Rahmen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst will die Gewerkschaft Verdi Demos veranstalten, man plane für Dienstag, 20. Oktober, aber keine große Kundgebung, so Verdi-Sprecher Andreas Henke.

Häufige Sozialkontakte für Infektionen ausschlaggebend

Die Zahl der Neuinfektionen seit Anfang März 2020 ist von Donnerstag auf Freitag um 90 auf 3803 Fälle gestiegen. Das sind 35 weniger als von Mittwoch auf Donnerstag (+125). Die Zahl der gemeldeten Fälle der letzten sieben Tage liegt bei 506 Personen (Donnerstag: 527), die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die Zahl der Fälle bezogen auf 100 000 Einwohner, ist nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart auf 79,6 zurückgegangen (82,9 am Vortag).

Der hohe Wert ist nach Angaben der städtischen Gesundheitsbehörde nicht auf einzelne Hotspots, aber auch nicht auf bestimmte Infektionsorte wie Familien, Gemeinschaftsunterkünfte, Kitas oder Schulen zurückzuführen. „Sicher ist, dass die positiv Getesteten alle viele Sozialkontakte hatten“, sagt der Stadtsprecher Sven Matis. Das Gesundheitsamt rät daher nochmals, „auf Abstand zu gehen“ und Infektionsschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Keine freiwilligen Tests im Testzentrum

Das Corona-Testzentrum am Wasen ist ab sofort von Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 9 bis 14 Uhr, geöffnet. Das Testzentrum kann nur mit Voranmeldung unter https://aerzteschillerplatz.de/corona-testzentrum-cannstatter-wasen/ besucht werden. Der Kreis der Testberechtigten ist auf der Homepage der Stadt Stuttgart unter https://coronavirus.stuttgart.de abrufbar. Freiwillige Tests werden auf dem Wasen nicht gemacht.




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