Verband der Autoindustrie Autozulieferer sind für einen Politikprofi
Die Entscheidung um den einflussreichen Chefposten der Autolobby könnte nächste Woche fallen, im Rennen sind nur frühere Politiker. Der Vorstand trifft sich am 7. November.
Die Entscheidung um den einflussreichen Chefposten der Autolobby könnte nächste Woche fallen, im Rennen sind nur frühere Politiker. Der Vorstand trifft sich am 7. November.
Stuttgart - Das Rennen um den Chefposten beim Verband der Automobilindustrie (VDA) geht auf die Zielgerade. Vor der nächsten Vorstandssitzung des VDA am 7. November, auf der die Personalentscheidung fallen könnte, äußert man sich in Zuliefererkreisen zufrieden damit, dieses Mal enger in das Auswahlverfahren eingebunden zu sein als bei früheren Gelegenheiten.
In der Vergangenheit war die Cheffrage häufig im engeren Kreis der großen Automobilhersteller geklärt worden. So stammte auch der zum Jahresende scheidende, insgesamt glücklose VDA-Präsident Bernhard Mattes aus den Reihen der Autoindustrie. Er war zuvor Deutschland-Chef von Ford und maßgeblich vom früheren Daimler-Chef Dieter Zetsche protegiert worden.
Während Mattes die Beziehungen in höchste politische Kreise gefehlt hätten, plädieren die Zulieferer dem Vernehmen nach klar für eine Besetzung des Chefpostens aus der politischen Sphäre. Die wichtigste Aufgabe für den neuen VDA-Chef sei es, die Autoindustrie gegenüber Politik und Öffentlichkeit positiver zu positionieren, sie vor allem aus der Glaubwürdigkeitskrise nach dem Dieselskandal zu holen, ist zu hören. Auch müsse das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass der wirtschaftliche Wohlstand Deutschlands eng mit knapp einer Million Arbeitsplätze in der Branche verbunden sei.
Die Namen, die derzeit öffentlich und hinter den Kulissen des VDA gehandelt werden, weisen darauf hin, dass es an der VDA-Spitze auf eine Persönlichkeit aus dem politischen Raum hinausläuft. So wird der scheidende EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) ebenso als Kandidat gehandelt wie Sigmar Gabriel (SPD), der als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied die Sympathien von VW haben dürfte, und die frühere Staatsministerin im Kanzleramt Hildegard Müller (CDU).