Verbandspokal Die Defensive bleibt das Sorgenkind

Lief nach der Pause zu immer besserer  Form auf: Calcios Neuzugang Ugur Capar (hier im Duell mit Bolls Manuel  Augst) Foto: Yavuz Dural
Lief nach der Pause zu immer besserer Form auf: Calcios Neuzugang Ugur Capar (hier im Duell mit Bolls Manuel Augst) Foto: Yavuz Dural

Der Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen setzt sich in der ersten Runde des Verbandspokals mit 4:3 beim Landesligisten TSV Bad Boll durch und trifft nun in Runde zwei auf die TSG Hofherrnweiler.

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Bad Boll - Zufrieden? Das hätte Francesco Di Frisco durchaus sein können, wenn die Seinen am Samstag in der Partie beim Landesligisten TSV Bad Boll vor dem gegnerischen Tor ihre Chancen besser genutzt und vor dem eigenen Kasten deutlich konsequenter agiert hätten. So aber stand der Trainer der Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdinger nach dem 4:3-Erfolg in der ersten Runde des Verbandspokals leicht angesäuert am Spielfeldrand des nagelneuen Kunstrasenplatzes und haderte. „Wir haben heute nur teilweise gut gespielt“, sagte er. „Eigentlich hätten wir mit 7:1 gewinnen müssen.“

Enttäuscht zeigte sich Di Frisco vor allem von den Leistungen der allerdings erst nach einer Stunde respektive 15 Minuten vor Schluss eingewechselten Alessandro Nicastro und Shaban Ismaili. „Das war eindeutig zu wenig, was die beiden gezeigt haben“, sagte er. Derweil haben die Neuen Endrit Syla und Ugur Capar mit ihren Auftritten wieder ein paar Pluspunkte mehr beim Coach gesammelt. „Sie haben mich am meisten überzeugt“, sagte Di Frisco.

Di Frisco zweifelte nie an einem Sieg seiner Mannschaft

Freilich, an einem Sieg ihrer Mannschaft, die im gewohnten 4:2:3:1-System antrat, mussten Di Frisco und sein Trainerkollege Francesco Guerra nie Zweifel haben. Die diesmal im orangenen Outfit aufgelaufenen Gäste spielten durchaus gefällig, wenngleich sie vor allem in der ersten Hälfte das Spiel über die Außenbahnen vermissen ließen. Obendrein brachten sie Meksud Colic, der als einzige Spitze aufgeboten war, bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung nach 30 Minuten (zugeschwollenes Auge nach Ellbogencheck) kein einziges Mal in eine gute Abschlussposition.

Capar und Carfagna harmnonieren gut

Erst nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel besser – auch weil Capar stärker wurde und mit dem für Colic ins Spiel gekommenen Toni Carfagna auf der linken Seite gut harmonierte. Letztgenannter Neuzugang aus Heiningen hätte im Übrigen die Partie alleine entscheiden können. Zweimal jedoch fand er im direkten Duell mit Bolls Schlussmann Maksim Wolf seinen Meister (49./82.). Lediglich in der 74. Minute behielt der 21-Jährige die Nerven und verwandelte nach einem Querpass von Capar zum zwischenzeitlichen 4:1. Davor hatten Bastian Joas mit einem Lupfer nach starkem Zuspiel von Syla (30.), Ulas Saglam mit einem abgefälschten Distanzschuss (43.) und Capar nach einem Doppelpass mit Carfagna (48.) die frühe 1:0-Führung der Gastgeber in eine da schon verdiente 3:1-Führung verwandelt. Das 0:1 nach nur sechs Minuten war indes einmal mehr typisch für die Calcio-Belegschaft. Nach einem Ballverlust an der Mittellinie dauerte das Umschalten erneut viel zu lange. Und so stand nach nur zwei Pässen Bolls Angreifer Matthias Aust alleine vor Calcio-Keeper Henning Bortel und ließ diesem mit seinem Flachschuss rechts unten keinerlei Abwehrchance.

Dass es in der Schlussviertelstunde noch einmal eng wurde, müssen sich die Echterdinger auf die eigenen Fahnen schreiben. „Da wollten plötzlich alle noch ein Tor schießen und keiner mehr verteidigen“, sagte Di Frisco. Die Folge: Nachdem die Echterdinger im eigenen Strafraum den Pass von Eric Llanes Ona auf Matthias Aust gewähren ließen, ließ sich der erneut nicht zweimal bitten – 2:4 aus Sicht der Gastgeber (84.). In der Nachspielzeit stocherte dann auch noch Innenverteidiger Philipp Rapp die Kugel nach einem langen Einwurf zum 3:4-Anschlusstreffer über die Linie.

Eine rote Karte sorgt für den letzten Aufreger

An Toren sollte es das zwar gewesen sein, nicht aber an Aufregern. Quasi im Gegenzug zeigte die Schiedsrichterin Silke Adelsberger (Abtsgmünd) Fabian Ammon die rote Karte. Der hatte im Laufduell mit Carfagna wild mit den Armen gerudert und den Echterdinger dabei auch im Gesicht getroffen. Adelsberger wertete das als Ellbogencheck – eine harte Entscheidung.

Summa summarum war es ein verdienter Sieg der Echterdinger, an dem auch Bolls neuer Trainer Manuel Doll keine Zweifel ließ. „Calcio war die klar bessere Mannschaft“, sagte er. In der zweiten Runde muss der Verbandsligist nun am kommenden Samstag beim Landesligisten TSG Hofherrnweiler ran, der sich am Samstag mit 3:1 gegen seinen Ligakonkurrenten TSV Weilimdorf durchgesetzt hat.

TSV Bad Boll:
Wolf – Hartmann, Ammon, Rapp, Hansjörg Aust – Sat (54. Llanes Ona), Falzone (60. Zuljevic), Augst, Jux (72. Damanti) – Matthias Aust (66. Traballano), Pradler.

Calcio Leinfelden-Echterdingen:
Bortel – Bäuerle, Biljeskovic, Zweigle, Vidic – Saglam (64. Nicastro), Pranjic (74. Ismaili) – Joas, Syla (80. Brunner), Capar – Colic (30. Carfagna).

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