Vereidigung in Stuttgart Auch für Lehrer gibt es einen ersten Schultag

Von Barbara Czimmer 

179 Junglehrerinnen und Junglehrer haben bei ihrer Vereidigung in Stuttgart gelobt, ihr Bestes zu geben. Das sonderpädagogische Lehramt gehört zu den aussichtsreichen Jobs.

Vereidigung der Lehrkräfte im Stuttgarter Rathaus. Foto: Lg/Piechowski
Vereidigung der Lehrkräfte im Stuttgarter Rathaus. Foto: Lg/Piechowski

Stuttgart - Der Schulchor der Schloss-Realschule macht gute Laune, die Gesamtelternbeirätin Kathrin Grix und ihre Kollegin sind zum Sketsch aufgelegt, das Blumenbouquet ist farbenfroh. Ein netter Empfang für die Lehrerinnen und Lehrer, die am Freitag in den großen Sitzungssaal des Rathauses zu ihrer Vereidigung strömten, und voller Erwartung waren. „Ich bin gespannt, wie der Schritt vom Referendariat in ein volles Deputat klappt“, sagt Sabrina Betz, die künftig bei der Nikolauspflege unterrichten wird. Sie hat den Förderschwerpunkt Sehen studiert und wird jetzt, mit 28 Jahren, eine fünfte Klasse übernehmen. Neben ihr steht Julika Winkler (27), die Hörgeschädigte an der Immenhoferschule unterrichten wird, im Ratssaal sitzt Leon Walter, 28, dem die Arbeit während seines Zivildienstes an der Körperbehindertenschule in Möhringen „echt gut gefallen“ und der sich deshalb für diesen Beruf entschieden hat.

Das sonderpädagogische Lehramt gehört zu den aussichtsreichen Jobs. „Wir hatten fürs Schuljahr 2017/18 insgesamt 430 Anträge auf inklusive Beschulung. Damit werden wir von Montag an 1200 Inklusionskinder an den Schulen haben“, erläuterte Schulbürgermeisterin Isabel Fezer bei ihrer Begrüßungsrede. Somit stünden die allgemeinbildenden Schulen vor großen Herausforderungen, die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren vor ihrer Weiterentwicklung. „Es ist viel im Umbruch, und das Herzstück sind Sie“, so Fezer, auch zu den angehenden Grund- und Realschullehrern.

179 Lehrerinnen und Lehrer begrüßt

Ulrike Brittinger, die Leiterin des Staatlichen Schulamts, hätte liebend gern mehr als die 179 Lehrerinnen und Lehrer begrüßt, doch für 14 freie Stellen war kein Bewerber zu finden. „Sie stehen an der Schwelle zu etwas Neuem“, sagte sie zu den jungen Frauen und Männern, „Sie werden in der Unterrichtspraxis noch viel lernen“. Bei der Diskussion um die Unterrichtsqualität sollten die jungen Kollegen nicht vergessen: „Es kommt auf Disziplin in der Klasse und Ihre Vorbereitung an, Sie müssen die Kinder wahrnehmen und unterstützen und zum Nachdenken bringen, Sie sind Vorbild und Beispiel“.

Die verbeamteten Pädagogen gelobten in einem feierlichen Akt und mit erhobener Hand, ihre Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen, ihr Bestes zu geben an Wissen und Können sowie das Grundgesetz, die Landesverfassung und das Recht zu achten, zu verteidigen und „Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben“. Das Land Baden-Württemberg zeigt vom kommenden Jahr an, wie das geht: „Es hebt die Absenkung der Eingangsbesoldung der Junglehrer zum 1. Januar 2018 auf“, erläuterte Personalrat Erwin Berger.

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