Manchmal braucht es keine großen Worte – nur ein kleines Herz aus Stoff, das Wärme spendet – bereits seit zehn Jahren bringt das Projekt Hoffnungsbären des Köngener gemeinnützigen Vereins „LifeCommunity“ Menschen zusammen. Die Idee: Kinder und Erwachsene gestalten liebevoll Teddybären, die wiederum anderen Menschen Trost, Mut und Hoffnung schenken sollen.
„Jeder Bär ist ein Unikat“, sagt Vereinsgründer Norbert Nauen stolz. Rund 250 Menschen helfen mit, die Bären zu gestalten – inzwischen meist über offene Stricktreffs, aber auch ganze Schulklassen oder auch mal eine einzelne Familie stricken oder häkeln los und kleiden die Plüschgesellen ein. Insgesamt 26 000 Bären haben so in den vergangenen zehn Jahren eine neue Heimat gefunden.
Die Bären sind immer für ihre Besitzer da
„Ich habe am Anfang absolut nicht mit so einer Zahl gerechnet, aber es hat sich einfach so entwickelt“, freut sich Nauen. Zusammen mit seiner Frau Angelika und fünf weiteren Mitstreitern erfolgte 2021 die Vereinsgründung. Vor allem um Spendenbescheinigungen ausstellen zu können – die Bärchen wachsen schließlich nicht auf Bäumen. Anfangs betreute der heute 66-jährige Nauen das Projekt neben seinem Job in der Verwaltung einer Polizeibehörde, seit er im Ruhestand ist, dreht sich alles um die Hoffnungsbären. Verteilt werden die putzigen Stofftiere kostenlos an Kinderhospize, Frauenhäuser, Kinderheime und Krankenhäuser mit Palliativstationen oder an Einrichtungen der Seniorenhilfe, insbesondere mit Demenzstationen, sowie ambulante- und stationäre Hospize, Vereine wie Frauen helfen Frauen oder Beratungsstellen wie Wildwasser. Sie geben die liebevoll gestalteten Stofftiere an ihre Klienten weiter - und bewirken etwas: „Die Bären schenken unseren Patienten unheimlich viel“, erklärt Dr. Ramona Hein. Sie ist die leitende Oberärztin der Palliativstation der Rems-Murr-Kliniken und seit 2023 Schirmherrin des Hoffnungsbären-Projekts. Der Bär sei immer da – auch wenn ihre Patienten alleine sind oder wenn sie Angst vor einem negativen Befund hätten: „Wir sind sehr dankbar, dass wir die Bärchen an unsere Patienten verschenken können“, sagt Hein.
Inzwischen hilft der Verein aus Köngen auf vielen Gebieten
Die Aktion hat in den letzten zehn Jahren weite Kreise gezogen, mittlerweile kommen viele Institutionen auch von selbst auf den Verein zu. So gab es kürzlich eine Anfrage der Polizei von Ravensburg, ob sie ein paar Hoffnungsbären zum Verteilen haben können: „Für Notfälle, wenn Kinder involviert sind“, erklärt Nauen. Über die Bären wurden auch anschließende Projekte angestoßen – so organisiert der Köngener Verein etwa Ausflüge für pflegende Angehörige und kümmert sich über die Aktion „Schattenkinder“ um Geschwister von schwer erkrankten Kindern. Über Kontakte zu Sportvereinen in Wohnortnähe soll diesen Kindern kostenlos ein bisschen Normalität in ihrem Leben ermöglicht werden, einige Sportvereine aus der Region wie der TSV Köngen oder der TSV Denkendorf sind schon mit an Bord.
Festabend für die Ehrenamtlichen
Der Kern des Ganzen sind aber die unzähligen Ehrenamtlichen, die die Aktion Hoffnungsbären mit Herzblut und Handarbeit am Laufen halten. „All diese Aktivitäten wären ohne das Engagement der Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen. Sie sind das Herzstück unseres Vereins“, stellt Nauen klar. Als Dankeschön lädt der Verein alle am 17. Dezember um 18 Uhr zu seinem Jubiläum in die Festhalle in Denkendorf ein. Offizielle Programmpunkte sind Grußworte von Denkendorfs Bürgermeister Ralf Barth, von Dr. Hein und ein Statusbericht des Krankenpflegevereins Denkendorf. Abgerundet wird der Abend vom schwäbischen Mundart-Comedy-Duo Pfefferle und Zipperle alias Markus Zipperle, der seit kurzem ein weiterer Schirmherr der Hoffnungsbären ist, und Werner Schwarz. Die Veranstaltung ist kostenlos und für alle offen: „Wir freuen uns über jeden, der kommt“, kündigt Nauen an.
Mehr Informationen unter: www.die-hoffnungsbaeren.de