Verein in Filderstadt Nicht nur für Deutsche Schäferhunde

Sigi Bütefisch (l.) leitet das Welpentraining beim Schäferhunde-Verein. Foto: /Caroline Holowiecki
Sigi Bütefisch (l.) leitet das Welpentraining beim Schäferhunde-Verein. Foto: /Caroline Holowiecki

Zum Verein für Deutsche Schäferhunde in Filderstadt gehören heute viele andere Rassen. Denn: Große Hunde sind heute nicht mehr so angesagt. Abgeschrieben sind Schäferhunde deswegen aber noch lang nicht.

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Filder - Merle, Toni und Sina machen sich schon echt gut. Die Welpen bleiben geduldig sitzen, selbst wenn sich Frauchen und Herrchen entfernen. Sie lassen sich wenig durch potenzielle Spielkameraden ablenken. Und sie flitzen durch eine Röhre, wenn ihr Halter am anderen Ende nach ihnen ruft. „Es geht darum, die Bindung zwischen Hund und Mensch zu stärken“, erklärt Sigi Bütefisch.

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Der Stuttgarter leitet an diesem sonnigen Herbstnachmittag das Welpentraining beim „Verein der Hundefreunde Bernhausen und Umgebung im Verein für Deutsche Schäferhunde“, kurz Schäferhunde-Verein oder einfach nur SV. Nur ein junger Schäferhund ist heute dabei. Er trainiert Seite an Seite mit einem Berner Sennenhund, einem Labrador, einem Shih Tzu und einem Foxterrier.

Schäferhunde eher in der Unterzahl

Groß neben klein, wuschelig neben glatt. Der SV hat längst nicht mehr nur mit Schäferhunden zu tun. „Schäferhunde sind sicher der geringere Teil“, sagt Petra Jähnert, stellvertretende Vorsitzende und Ausbildungswartin im Club. Hier spiegele sich ihrer Meinung nach eine gesellschaftliche Entwicklung wider. Generell seien große Hunde heute nicht mehr so angesagt. Früher hätten sie Haus und Hof gehütet, heute lebten viele Menschen in kleinen Wohnungen, wollten ihr Tier jederzeit mitnehmen können. Ein großer Hund passe da oftmals nicht.

So kommt es, dass sich auf dem weitläufigen Gelände nahe dem Fleinsbach zwischen Bernhausen und Sielmingen durchaus deutsche und belgische Schäferhunde tummeln – allein Petra Jähnert und Sigi Bütefisch bringen es zusammen auf fünf –, aber eben auch viele andere Rassen. „Wir sind offen für alle“, sagt Petra Jähnert, und auch der Dachverband der Schäferhunde-Vereine – der nach ihrer Aussage immer noch größte Zuchtverband in Deutschland – habe sich schon vor vielen Jahren geöffnet. Abgeschrieben ist der Schäferhund deswegen trotzdem noch lang nicht. „Auch wir haben einen Zuchtwart. Es wird durchaus noch gezüchtet“, stellt Michaela Kraitzek, die SV-Vorsitzende, klar. Immerhin sei das „ein richtig guter Allrounder“, fügt Bütefisch hinzu.

Früher ging es um Gehorsam und Zucht

Der etwa 50 Mitglieder starke Verein befindet sich im Jubiläumsjahr. Er besteht seit 75 Jahren. In dieser Zeit hat sich vieles gewandelt. „Bei der Gründung ging es ausschließlich um Schäferhunde“, sagt Petra Jähnert. Michaela Kraitzek erklärt zudem: „Und es waren fast ausschließlich Männer, das hat sich sehr geändert.“ Mittlerweile dominierten die Frauen. Seien im Verein ehemals die Schutzhundeausbildung, der Gehorsam der Tiere oder die Zucht im Vordergrund gestanden, gehe es nun um andere Dinge. „Heute wird Wert drauf gelegt, dass der Hund Spaß dran hat. Dadurch haben sich die Trainingsmethoden geändert“, sagt Michaela Kraitzek. Trainings und Prüfungen liefen zudem auf höherem Niveau, erklärt Sigi Bütefisch, der frühere Vorsitzende im Verein. Er spricht von einer „riesigen Entwicklung“.

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Beim SV kann man sich zahlreichen Gruppen anschließen, von der Welpen-, der reinen Freizeit- bis zur Sportgruppe. Am 3. und 4. November findet ein Anti-Jagd-Training statt. Dieser Tage bemerkt Michaela Kraitzek, die auch die Sportbeauftragte im Verein ist, einen Zulauf. In der Pandemie haben sich viele Menschen einen Hund zugelegt. Etwas zeitverzögert meldeten sich die Halter nun beim Verein. „In den Basiskursen merke ich, dass jetzt die Corona-Hunde kommen“, sagt sie.

Weitere Informationen gibt es unter: www.svogbernhausen.de




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