Verfahren gegen Joseph Blatter Ermittler durchsuchen erneut Fifa-Zentrale

Von red/rtr 

Bei einer Durchsuchung der Fifa-Zentrale in Zürich haben die Ermittler Dokumente und elektronische Daten sichergestellt. Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Blatter.

Ermittler haben die Fifa-Zentrale durchsucht. Foto: dpa
Ermittler haben die Fifa-Zentrale durchsucht. Foto: dpa

Zürich - Die Schweizer Behörden haben im Zuge ihrer Ermittlungen im Fifa-Korruptionsskandal erneut die Zentrale des Weltfußballverbands in Zürich durchsucht. „Die Bundesanwaltschaft hat im Rahmen der bereits laufenden Strafuntersuchungen im Fußballkomplex am 02.06.2016 am Hauptsitz der Fifa eine Hausdurchsuchung durchgeführt, welche die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen soll“, teilte die Behörde am Freitag mit.

Es seien Dokumente und elektronische Daten sichergestellt worden. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit den bereits eingeleiteten Untersuchungen. Fifa-Präsident Gianni Infantino gehöre nicht zu den Personen, gegen die ermittelt werde, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Fifa war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Ermittlungen wegen Bestechung

Die Zeitung „Die Welt“ hatte am Donnerstag unter Berufung auf verschiedene für die Fifa tätige Personen berichtet, dem Fifa-Präsidenten Infantino drohe wegen Verdunkelungsgefahr eine Sperre durch die verbandseigene Ethikkommission. Die Ethikkommission hat nach eigenen Angaben kein formelles Verfahren gegen den Präsidenten eingeleitet.

Die Behörden in der Schweiz untersuchen, ob bei der Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar Fifa-Funktionäre bestochen wurden. Ins Rollen gebracht hatten den größten Skandal in der Geschichte des Weltfußballverbands die US-Behörden vor einem Jahr. Sie ermitteln wegen mutmaßlicher organisierter Kriminalität, Geldwäsche und Bestechung. Im Sog der Korruptionsaffäre mussten hochrangige Fußball-Funktionäre ihre Posten räumen, darunter der langjährige Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini.