Verfassungsschutzbericht 2014 Auch Stuttgart ist Schwerpunkt radikaler Umtriebe

Der Verfassungsschutz hat den Islamismus im Visier. Laut dem aktuellen Bericht gibt es rund 550 Salafisten in Baden-Württemberg. (Archivfoto) Foto: dpa
Der Verfassungsschutz hat den Islamismus im Visier. Laut dem aktuellen Bericht gibt es rund 550 Salafisten in Baden-Württemberg. (Archivfoto) Foto: dpa

Laut dem aktuellen Bericht des Verfassungsschutzes liegt die Zahl der bundesweit etwa 7000 Salafisten in Baden-Württemberg bei 550. Die die Großräume Stuttgart, Pforzheim und die Rhein-Neckar-Region seien Schwerpunkte radikaler Umtriebe.

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Stuttgart - Islamisten beschäftigen den Verfassungsschutz im Südwesten mehr denn je. „Die derzeit größte Bedrohung freier Gesellschaften geht vom internationalen islamistischen Terrorismus aus“, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2014 am Donnerstag in Stuttgart. Zwar gebe es keine islamistischen Hochburgen wie etwa in Nordrhein-Westfalen und Hessen, aber die Großräume Stuttgart, Pforzheim und die Rhein-Neckar-Region seien Schwerpunkte radikaler Umtriebe. Auch ländliche Regionen seien betroffen.

Die Zahl der Salafisten liegt laut Landesamt für Verfassungsschutz bei etwa 550 von bundesweit rund 7000. Deshalb sei es richtig, dass die Koalition ein Sonderprogramm mit 15 zusätzlichen Verfassungsschutz-Stellen zur Bekämpfung islamistischen Terrors aufgelegt habe, betonten SPD und Grüne im Landtag.

Salafisten beziehen sich in ihrem Handeln ausschließlich auf den Koran und sehen sich als Verfechter eines unverfälschten und ursprünglichen Islams. Reformen und jede Form von Modernisierung lehnen sie ab.

Erfreulich nannte Gall die Entwicklung beim Rechtsextremismus: Die Zahl der gewaltbereiten unter den wie im Vorjahr rund 1800 Rechtsextremisten sank von 610 auf 570. Die Verfassungsschützer zählten 23 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten nach 35 im Jahr 2013. Sie verzeichneten auch nur drei Skinheadkonzerte, die als Nährboden für den Rechtsextremismus gelten. 2013 waren es noch acht.

Auch bei den Linksextremisten ging die Zahl der Gewalttaten deutlich von 126 auf 78 zurück. Ursache sei, dass für die linksextremistische Szene bedeutsame Großereignisse wie Castortransporte oder politische Gipfeltreffen fehlten.

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