Von Leonberg nach Marbach: Ein 24-Jähriger lieferte sich eine filmreife Verfolgungsjagd über die A81. Die Situation spitzte sich zu, als seine Angehörigen die Polizei angriffen.

Ein 24 Jahre alter Mann hat sich in der Nacht zum Montag eine riskante Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Fahrt begann gegen 1 Uhr in Leonberg und führte über die Autobahn 81 bis nach Marbach am Neckar . Dort eskalierte die Situation erneut, als Beamte den mutmaßlichen Raser stellen wollten. Mehrere Familienangehörige leisteten massiven Widerstand und griffen die Polizisten tätlich an, wie die Polizei mitteilte.

 

Einer zivilen Streifenwagenbesatzung war der Mercedes GLE zunächst im Kreuzungsbereich Leonberger Straße und Römerstraße in Leonberg aufgefallen, weil er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Im Bereich des Ortsausgangs überholte der Fahrer einen Pkw und in einer unübersichtlichen Kurve einen Lkw. Anschließend beschleunigte er auf der Landesstraße 1137 in Richtung Ditzingen auf geschätzte 200 Kilometer pro Stunde.

Die Fahrt führte weiter durch Ditzingen auf die Autobahn 81 Richtung Heilbronn. Bei erlaubten 120 Kilometern pro Stunde beziehungsweise 80 Kilometern pro Stunde in einem Baustellenbereich fuhr der Mercedes-Fahrer laut Polizei erneut etwa 200 Kilometer pro Stunde. Im Bereich der Anschlussstelle Pleidelsheim verließ er die Autobahn, fuhr sofort wieder auf und wechselte die Richtung zurück nach Stuttgart. Als die verfolgenden Polizeibeamten mit Blaulicht und Martinshorn auf sich aufmerksam machten, beschleunigte der Mann erneut auf vermutlich über 200 Kilometer pro Stunde. An der Anschlussstelle Ludwigsburg-Süd verließ er die Autobahn. Aufgrund der risikoreichen Fahrweise brachen die Beamten die Verfolgung ab.

Knapp zwei Stunden später stellten Einsatzkräfte den Mercedes vor einem Wohngebäude in Marbach am Neckar fest. Als die Beamten Kontakt mit dem Halter des Wagens aufnehmen wollten, bei dem es sich mutmaßlich um den Fahrer handelte, verweigerten Familienangehörige dies zunächst. Nach Einholung einer staatsanwaltschaftlichen Anordnung betraten die Einsatzkräfte die Räume, in denen sich der 24-Jährige aufhielt.

Einem Beamten wurde ins Gesicht geschlagen

Als die Beamten sein Handy und seinen Führerschein beschlagnahmen wollten, widersetzten sich nicht nur der 24-Jährige selbst diesen Maßnahmen. Auch ein 32 Jahre alter und ein 67 Jahre alter Angehöriger griffen die Polizisten an. Einem Beamten wurde ins Gesicht geschlagen und er wurde umgerissen, während ein 29 Jahre alter Angehöriger den Einsatz mit seinem Handy filmte. Zwei Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen.

Der 24 Jahre alte Mann wurde vorläufig festgenommen und anschließend in einem Polizeirevier erkennungsdienstlich behandelt, bevor er auf freien Fuß gesetzt wurde. Die Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte dauern an.

Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg bittet Verkehrsteilnehmer, die die Fahrweise des Mercedes-Fahrers beobachtet haben oder durch sie gefährdet oder geschädigt wurden, sich unter der Telefonnummer 07 11 / 68 69-0 oder per E-Mail an stuttgart-vaihingen.vpi@polizei.bwl.de zu melden.