Vergabe der Fußball-WM 2006 Neue Spur im WM-Skandal führt zu Beckenbauer

Reinhard Grindel, Schatzmeister des DFB, Reinhard Rauball, 1. Vizepräsident des DFB und Rainer Koch, 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Foto: dpa
Reinhard Grindel, Schatzmeister des DFB, Reinhard Rauball, 1. Vizepräsident des DFB und Rainer Koch, 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Foto: dpa

Die Kernfrage um die WM 2006 bleibt ungeklärt. Auch die vom DFB beauftragten Ermittler können nicht beweisen, ob vor dem Zuschlag für das Sommermärchen bestochen wurde. Die Rolle von Franz Beckenbauer wirft neue Fragen auf.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Frankfurt/Main - Kein vollständige Aufklärung der Affäre, dafür neue Spuren zu Franz Beckenbauer: Der mit Spannung erwartete Freshfields-Bericht zu möglicher Korruption rund um das Sommermärchen rückt wieder die Rolle des deutschen WM-Machers in den Fokus. Die Untersuchungen bringen den damaligen Organisationschef der Fußball-WM 2006 in Zusammenhang mit dubiosen Zahlungen, die am Ende beim skandalumwitterten Mohamed bin Hammam in Katar gelandet sein sollen.

Die wesentlichen Fragen konnte auch der am Freitag vorgestellte Report der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer nicht klären. Wie der Deutsche Fußball-Bund DFB bekanntgab, hätten die Wirtschaftsexperten keinen Beleg für einen Stimmenkauf für den Zuschlag für die WM 2006 nachweisen können. Bestechung sei aber auch nicht grundsätzlich auszuschließen, hieß es in dem Bericht.

„Es ist ein völliges Versagen der internen DFB-Kontrollgremien“, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch bilanzierend zu den Vorgängen. „Das darf sich auf keinen Umständen wiederholen.“

Geld floss auch nach Katar

Neue Fragen werfen die Untersuchungen zur Rolle Beckenbauers auf. So sollen zwischen Mai und Juli 2002, also nach dem WM-Zuschlag für Deutschland, in vier Tranchen sechs Millionen Schweizer Franken über ein Konto von Beckenbauer und seines damaligen Beraters Robert Schwan an das Schweizer Advokatbüro Gabriel & Müller geflossen sein.

Dieser Betrag soll weiter an das Konto einer Gesellschaft in Katar gegangen sein, deren einziger Anteilseigner der mittlerweile lebenslang gesperrte Ex-FIFA-Funktionär bin Hammam war. Im August 2002 streckte dann der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus offensichtlich dem WM-OK ebenso wie Beckenbauer Geld vor und überwies zehn Millionen Franken auf das Konto der Juristen Gabriel & Müller.

Von dort gingen sechs Millionen auf das Beckenbauer-Konto zurück und vier weitere Millionen nach Katar. Bin Hammam bestreitet laut Freshfields das Geld bekommen zu haben. Nach Auskunft seines Anwalts war Beckenbauer überrascht „über die gewonnenen Erkenntnisse, die aber seine bisherige Erinnerung durchaus zutreffend ergänzen.“




Unsere Empfehlung für Sie