Vergleich Grippevirus und Coronavirus Symptome und Verbreitung beider Infektionen

Von Regine Warth und  

Zahlen, Symptome, Gefährlichkeit: Wir vergleichen das Influenzavirus mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV, an dem derzeit vor allem in China immer mehr Menschen erkrankt sind.

So sieht das Influenza-Virus aus. Foto: www.cdc.gov/flu//Cynthia Goldsmith
So sieht das Influenza-Virus aus. Foto: www.cdc.gov/flu//Cynthia Goldsmith

Stuttgart - Das Influenza-Virus fordert jedes Jahr auch in Deutschland viele Menschenleben, was von vielen Menschen ohne größere Besorgnis zur Kenntnis genommen wird. Beim neuartigen Coronavirus sind die Sorgen vieler Menschen derzeit ungleich größer. Aber ist das berechtigt? Unser Vergleich soll bei der Einordnung helfen.


Was sagen die Zahlen?

Grippevirus: Jedes Jahr verursachen Influenza¬infektionen weltweit ungefähr 500 Millionen Erkrankungsfälle. Laut Robert-Koch-Institut werden im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bundesbürger angesteckt. Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an Influenza.
Coronavirus: Offiziellen chinesischen Angaben zufolge waren in China mehr als 80.000 Menschen (Stand 2. März) infiziert. Südkorea (4200 Fälle), Italien (1700 Fälle) und Iran (980 Fälle) folgen. Darüber hinaus gibt es Fälle in vielen weiteren Ländern, auch in Europa.  

Welche Symptome gibt es?

Grippevirus: Die Grippe beginnt häufig plötzlich mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch.
Coronavirus: Eine Infektion kann zu Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen. Auch über Durchfall wird berichtet. Bei schwereren Verläufen ist die untere Lunge betroffen, es gibt typische Anzeichen einer von Viren verursachten Lungenentzündung.

 

 

 

Wie gefährlich sind die beiden Viren?


Grippevirus: Grippeviren mutieren häufig. Das führt dazu, dass sie mal mehr, mal weniger aggressiv sind. Die Zahl der Todesfälle schwankt daher stark. Todesursache ist dann meist eine bakterielle Lungenentzündung, die entsteht, nachdem Grippeviren die Lunge vorgeschädigt haben. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Todesrate bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Während der sehr heftigen Saison im Winter 2017/2018 starben hierzulande nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 25 000 Menschen an der Grippe. Eine Pro¬gnose, wie die Grippewelle in diesem Jahr verlaufen könnte, wagen Mediziner nicht. In der 8. Meldewoche (Datenstand 25.2.2020) wurden etwa 17.900 labor-diagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet.
Coronavirus: Das ist noch nicht genau bekannt. Vieles spricht dafür, dass das neuartige Coronavirus eher moderat aggressiv ist. Laut einer umfassenden chinesischen Studie von Mitte Februar mit 44.672 bestätigten Fällen liegt die Todesrate bei 2,3 Prozent. Sie variiert allerdings stark zwischen verschiedenen Altersgruppen. Vermutlich dürfte die Zahl aber darunter liegen, weil es wohl weitaus mehr Infektionsfälle gibt als bekannt. Dann könnte die Todesrate sogar deutlich unter 1 Prozent liegen. Der chinesischen Untersuchung zufolge verläuft die Erkrankung in etwa 80 Prozent der Fälle mit milden Symptomen, allerdings werden 15 Prozent schwer krank. „Das ist viel“, kommentierte RKI-Chef Lothar Wieler diese Zahl. Die tödlichen Verläufe treffen offenbar vor allem Ältere und Patienten mit einer gesundheitlichen Vorbelastung.

Wie ist die Übertragung, wie groß die Ansteckungsgefahr?


Grippevirus: Häufig Tröpfcheninfektionen, die beim Husten oder Niesen entstehen. Auch über direkten Kontakt wie Händeschütteln kann sich das Virus gut verbreiten. Die Inkubationszeit des Virus beträgt ein bis zwei Tage. Ist die Grippe ausgebrochen, ist man meist fünf bis sieben Tage lang ansteckend.
Coronavirus: Unbekannt ist bisher auch, wie groß die Ansteckungsgefahr ist. Das liegt auch daran, dass Menschen das Virus offenbar auch weitergeben können, bevor sie selbst Symptome aufweisen. Angegeben wird die Inkubationszeit mit zwei bis 14 Tagen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Husten oder Niesen. Auch Schmierinfektionen – etwa über mit Viren belastete Türklinken – halten Experten für möglich.

Wie schützt man sich am besten?


Grippevirus: Der beste Schutz sind häufiges Händewaschen sowie Impfungen. Auch sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten, die das Immunsystem stärkt.
Coronavirus: Hier gelten dieselben Regeln wie bei anderen Infektionskrankheiten auch: Abstand halten und Händewaschen sowie die Husten-Niesen-Etikette einhalten, also in die Armbeuge ¬niesen und husten sowie Taschentücher benutzen.

Gibt es eine Impfung?


Grippevirus: Jährlich wird ein Impfstoff gegen die aktuell zirkulierenden Grippeviren entwickelt. Risikogruppen wie Schwangere sowie Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben oder älter als 60 Jahre sind, sollten sich immunisieren lassen. Doch keine Impfung schützt zu 100 Prozent. Man kann dennoch an Grippe erkranken – allerdings nimmt die Erkrankung dann meist einen vergleichsweise milderen Verlauf.
Coronavirus: Bisher leider keine.

 

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