Vergleich VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg Unter Joachim Löw fing alles an

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Das Duell VfB Stuttgart gegen VfL Wolfsburg gehört nicht gerade zu den Klassikern in der Bundesliga, erst 1997 gab es das erste Aufeinandertreffen – mit Joachim Löw auf der VfB-Bank. Aktuell haben beide Clubs je 17 Spiele gewonnen.

1997 gab noch  Joachim Löw die Kommandos beim VfB Stuttgart. Foto: Baumann
1997 gab noch Joachim Löw die Kommandos beim VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Stuttgart/Wolfsburg - Der VfB Stuttgart muss an diesem Dienstag (20.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg antreten – zwischen beiden Vereinen gibt es jede Menge Gemeinsamkeiten. So kam in der vergangenen Winterpause Mario Gomez aus der VW-Stadt zurück an den Neckar, während im Sommer wiederum Daniel Ginczek die Schwaben in Richtung Wolfsburg verlassen hat. Und was passiert? Bei Mittelstürmer haben aktuell je fünf Treffer auf dem Saisonkonto und am Wochenende zudem getroffen, wie auch Wolfsburgs Josip Brekalo beim 2:0-Sieg in Nürnberg, der Spieler war in der zweiten Liga ja an den VfB ausgeliehen.

Nicht zu vergessen natürlich Bruno Labbadia, den VfL-Trainer, der in Stuttgart ja auch kein Unbekannter ist. Zudem liegen beide Mannschaften gut im Trend: der VfL hat aus seinen vergangenen vier Partien zehn Punkte geholt, der VfB aus seinen letzten fünf immerhin neun. Und die Gesamtstatistik der beiden Clubs in der Bundesliga ist verdammt ausgeglichen: Je 17 Siege haben beide Teams verbucht, bei sechs Unentschieden; Torverhältnis 62:55 für die „Wölfe“. Die markantesten Duelle gewann allerdings der VfL.

Am 27. September 1997 ging’s los

Das erste Aufeinandertreffen in der Bundesliga überhaupt gab es erst am 27. September 1997 in der Volkswagen-Arena, die gerade einmal mit 14 741 Zuschauern gefüllt war, ein großer Zuschauermagnet waren die „Wölfe“ eben noch nie. Obwohl beim Pokalsieger (aus Stuttgart) damals ein gewisser Joachim Löw auf der Bank saß, aber es konnte ja keiner ahnen, dass der einmal Bundestrainer und sogar Weltmeister wird.

Einige Jahre später, am 8. April 2000, hatte der VfB im eigenen Stadion (vor auch nur 21 000 Fans, was waren das noch für magere Zeiten) erneut das Nachsehen, dieses Mal gleich mit 2:5. Gefeierter Held bei den Gästen war übrigens ein gewisser Jonathan Akpoborie (drei Tore) und nicht nur deshalb ein rotes Tuch, sondern vor allem, weil er ein paar Jahre zuvor bei den Kickers in Degerloch gekickt hatte. Genau wie übrigens auch Zoltan Sebescen und sogar der Trainer: Wolfgang Wolf, wenn das keine blaue Verschwörung war. Trainer beim VfB: Ralf Rangnick.

Und noch ein deutlicher Sieg der Wolfsburger, datiert vom 13. November 2004, 3:0 hieß es da. Größter Unterschied: Dieses Mal war die VW-Arena mit knapp 30 000 Zuschauern fast ausverkauft. Es hatte sich also was getan bei dem Werksclub. Martin Petrov traf gleich zweimal, dazu noch Ex-VfBler Thomas Brdaric. Und der VfB-Sturm? Ging leer aus, trotz der Top-Besetzung mit Cacau und Kevin Kuranyi.

VfL Wolfsburg auf Titeljagd

Die Wölfe setzten am 10. Mai 2008 noch einen drauf – beim 4:0, am Ende war der VfL Fünfter unter Felix Magath, der eine neue Erfolgsära einläutete. Unvergessen ist der Paradesturm mit Edin Dzeko und dem Brasilianer Grafite, der die Mannschaft ein Jahr später zur ersten Deutschen Meisterschaft schoss. Beim VfB dagegen ging Mario Gomez leer aus.

Hören die Debakel denn gar nicht mehr auf? Am 1. November 2014 gab es wieder ein 0:4, diese Mal sogar von über 50 000 Zuschauer in der heimischen Mercedes-Benz-Arena, damals ein durchaus standesgemäßes Resultat, schließlich standen in den Reihen der Niedersachsen inzwischen Weltklassespieler wie der Belgier Kevin de Bruyne (ein Tor, zwei Vorlagen), der am Saisonende für 75 Millionen Euro zu ManCity wechselte.

Zu einem Sieg reichte es für den VfB zwar auch am 3. Februar dieses Jahres nicht, dennoch war es ein markantes Datum – der erste Auftritt von Tayfun Korkut als neuem Trainer nach Hannes Wolf. Nach dem Pausenrückstand stellte der VfB um und kam durch Mario Gomez noch zum Ausgleich. 1:1 – wer damit am Dienstag nach den 90 Minuten wohl zufrieden wäre?