Verkehr auf den Fildern Synergiepark: Radwege statt Parkplätze?

Von  

Die Stuttgarter Stadtverwaltung arbeitet weiter an einem Verkehrskonzept für das Gewerbegebiet zwischen Vaihingen und Möhringen. Der ADFC übt scharfe Kritik.

Konkurrenz: wo ein Fahrradweg ist, kann kein Auto mehr stehen. Foto: dpa/Wolfgang Kumm
Konkurrenz: wo ein Fahrradweg ist, kann kein Auto mehr stehen. Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Vaihingen/Möhringen - Das Problem ist bekannt. Die Zahl der Beschäftigten im Synergiepark wird sich bis 2030 auf dann etwa 40 000 annähernd verdoppeln. Das bringt deutlich mehr Verkehr mit sich. Schon seit Langem arbeitet die Stadtverwaltung an einem Konzept, um dem Herr zu werden. Im nächsten Schritt geht es nun um die Umgestaltung der Industrie-, Ruppmann- und Schockenriedstraße.

Minikreisverkehre sind beste Lösung

Derzeit gibt es an den Kreuzungen Ruppmann-/Schockenriedstraße und Ruppmann-/Industriestraße keine Ampeln. Wenn der Autoverkehr weiter zunimmt, muss das anders werden – auch im Sinne der Fußgänger und Radfahrer. Die Verwaltung schlägt nun zwei Varianten vor. Zum einen könnten die Knotenpunkte zu Minikreisverkehren mit einer überfahrbaren Mittelinsel umgestaltet werden. Zum anderen wären Ampeln möglich. Bei ihren Voruntersuchungen kam die Fachverwaltung zu dem Ergebnis, dass bei Ampeln „die Verkehrsqualität für alle Verkehrsteilnehmer schlechter wäre als bei der Variante Minikreisverkehr“. Die Ampeln hätten lediglich den Vorteil, dass der Bus eine Bevorrechtigung bekommen könnte. So steht es in der aktuellen Beschlussvorlage. Und weiter heißt es dort: „Für beide Knoten wird daher die Umgestaltung zum Minikreisverkehr empfohlen.“

Sichere Wege für Radler

Was den Radverkehr betrifft, spricht sich die Fachverwaltung für Radfahrstreifen entlang der Industrie- und der Ruppmannstraße aus. Wegen der geringeren Verkehrsbelastung sei auf der Schockenriedstraße ein mit einer gestrichelten Linie abgetrennter Radschutzstreifen ausreichend. Das alles braucht Platz. Darum gehen in den genannten Straßen 120 von 198 Parkplätzen verloren. Von diesen entfallen 90 Stellplätze wegen der Verbesserungen für die Radfahrer, 20 Stellplätze wegen der neuen Zufahrten zum Bürokomplex Office V, und zehn Parkplätze wegen der beiden neuen Kreisverkehre.

Die beste Variante für Pedaleure

Auf Grundlage der Beschlüsse des Gemeinderats zum Radentscheid hat die Verwaltung auch eine „Bestlösung für den Radverkehr“ (Plan 2) erarbeitet. Diese sieht auf der Schockenriedstraße ebenfalls durchgängige Radfahrstreifen und auf der Industriestraße eine Verbreiterung des Radfahrstreifens von 1,85 Meter auf zwei Meter vor. Das würde jedoch bedeuten, dass von den bestehenden 198 Parkplätzen 175 entfallen müssten. „Seitens der Fachverwaltung wird empfohlen, diese Variante nicht weiterzuverfolgen“, heißt es darum abschließend in der Vorlage.

Kritik des ADFC

Das ruft den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) auf den Plan. Der Verein hat an Mitglieder des Stuttgarter Gemeinderats geschrieben. „Der ADFC spricht sich ganz klar für Plan 2 aus, wobei es schön wäre, die Radfahrstreifen noch etwas breiter ausfallen zu lassen“, heißt es in dem Schreiben. Kein Verständnis hat der ADFC für die Ressentiments der Fachverwaltung gegenüber dieser sogenannten Bestlösung für die Radler. Diese ablehnende Haltung könne nur mit der schlechteren Parkplatzbilanz begründet werden. „Wer eine Verkehrswende will, muss aber mutige Maßnahmen ergreifen und darf nicht nur am Status quo festhalten. Parkplätze ziehen Autoverkehr an. Und wenn befürchtet wird, dass nahe liegende Wohngebiete zum Parken missbraucht werden, dann müssen entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden“, so die Stellungnahme des ADFC.

Unsere Empfehlung für Sie