Verkehr in Altdorf Radwege und Busbuchten – Planung kommt nur schleppend voran

Anstelle der vorgesehenen Ampelanlage an der Einmündung Würmstraße könnte aus Sicht aller Fraktionen ein Kreisverkehr die bessere Lösung sein. Foto: Stefanie Schlecht

Die Gemeinde tut sich weiter schwer mit dem Umbau der Radwege. Der Bürgermeister hofft, dass im Februar 2027 die Bauarbeiten endlich beginnen können.

Der Umbau der Radwege entlang der Altdorfer Ortsdurchfahrt – Holzgerlinger und Hildrizhauser Straße samt Kanalsanierung der Erlachdole und am Seeweg – lässt weiter auf sich warten. „Ich sehe nicht, dass wir 2026 bauen“, sagte Bürgermeister Erwin Heller in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend ein wenig konsterniert. Als Knackpunkte in der gut einstündigen Diskussion erwiesen sich ein möglicher Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Hildrizhausen sowie die ebenfalls im Zug der Sanierungsarbeiten umzubauenden barrierefreien Bushaltestellen.

 

Ampel oder besser Kreisverkehr?

Nachdem in der Sitzung vom 18. November der aktuelle Stand der Entwurfsplanung vorgestellt wurde, hatte der Altdorfer Gemeinderat zu verschiedenen Punkten neue Ideen. So könnte anstelle der vorgesehenen Ampelanlage an der Einmündung Würmstraße aus Sicht aller Fraktionen ein Kreisverkehr die bessere Lösung sein. „Das funktioniert am anderen Ortsende in Richtung Holzgerlingen wunderbar“, erklärte Werner Maucher von der Initiative Modernes Altdorf. „Die Idee ist gut, aber eine Lichtsignalanlage die bessere Lösung zur sicheren Führung von Radfahrern“, bekräftigte Miriam Höfig aus dem Baureferat des Regierungspräsidiums, die eigens in die Sitzung gekommen war. „Wir haben eine komplett andere Meinung wie alle Behörden“, hielt Jürgen Wurster (Bürgerliche Wählervereinigung) dagegen.

Als Grund gegen weitere Planungen für einen Kreisverkehr sieht die Gemeindeverwaltung auch die mit einem solchen Bau verbundenen Kosten, die sie mit rund 1,4 Millionen Euro taxierte. Hinzu käme eine Ablöse von rund einem Drittel der Baukosten an das Land als Eigentümer der Straße für die zukünftige laufende Unterhaltung. Und außerdem ein notwendiger Grunderwerb. „Ist ein Grunderwerb überhaupt möglich?“, stellte Bürgermeister Erwin Heller als Frage in den Raum. Allerdings blieb die Stimme des Schultes in diesem Fall eine einzige. Alle Gemeinderäte votierten ausnahmslos dafür, zusätzliche 16 000 Euro für die Vorplanung eines Kreisverkehrs zu investieren und dabei, wie von Thomas Berner (Altdorfer Forum) ausgeführt, auch eine mögliche zukünftige Bebauung südlich der Einmündung Würmstraße schon jetzt mitzudenken.

Ein Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan

Ein weiterer Punkt, an dem sich die Geister quer durch alle Fraktionen schieden, ist die Anlage barrierefreier Bushaltestellen. Weitgehend unstrittig ist die Anlage einer Busbucht nahe der Einmündung zur Bachstraße. Die Verlegung der dortigen Fußgängerampel allerdings schmeckt manchem nicht. „Ein Buskap wäre deutlich einfacher“, stellte Erwin Heller in den Raum. Nicht allerdings die damit verbundene Beeinträchtigung des fließenden Verkehrs, wie Jürgen Wurster monierte. An der östlich gelegenen Bushaltestelle Holzgerlinger Straße hätte eine Busbucht dagegen den Vorteil, dass die beiden dort befindlichen Zebrastreifen bestehen bleiben und damit Kosten gespart werden könnten. Eine knappe sechs zu vier Stimmenmehrheit sah es ebenso.

„Die Planung im Sommer 2026 abschließen, im Herbst ausschreiben und ab Februar 2027 bauen“, skizzierte Bürgermeister Erwin Heller das weitere Vorgehen. Und fügte hinzu, dass Letzteres eigentlich schon sein Plan für 2026 gewesen sei. „Wir beschäftigen uns schon seit 20 Jahren mit der Ortsdurchfahrt, jetzt werden wir es wohl endlich hinkriegen“, bleibt nicht nur Jürgen Wurster dennoch optimistisch. Im Februar wird die weitere Entwurfsplanung im Gemeinderat vorgestellt.

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