Verkehr in Bad Cannstatt Der Expressbus soll eine eigene Spur erhalten

Von Uli Nagel 

Die Grünen im Gemeinderat fordern eine zügige Umsetzung des Projekts bis Ende des Jahres.

Bereits heute stehen die SSB-Busse  zwischen König-Karls-Brücke und Wilhelmsplatz vor allem im Berufsverkehr im Stau. Foto: Uli Nagel
Bereits heute stehen die SSB-Busse zwischen König-Karls-Brücke und Wilhelmsplatz vor allem im Berufsverkehr im Stau. Foto: Uli Nagel

Bad Cannstatt - Um die stark frequentierte Stadtbahnlinie U 1 zu entlasten, soll Ende des Jahres eine Expressbuslinie zwischen dem Wilhelmsplatz und der Stuttgarter Innenstadt in Betrieb gehen. Die Linie X 1, die im Fünf-Minuten-Takt unterwegs sein soll, wird nach Meinung der Grünen erst dann Erfolg haben, wenn sie ohne Behinderungen durch die Autos zügig pendeln kann. Andernfalls seien das Betriebskonzept und die Akzeptanz bei den Fahrgästen gefährdet. Aus diesem Grund beantragt die Gemeinderatsfraktion eine separate Busspur zwischen König-Karls-Brücke und Wilhelmsplatz in Fahrtrichtung Fellbach für den X-Bus.

Dieser Bereich ist nach Meinung der Grünen der neuralgische Punkt. Das hohe Verkehrsaufkommen – vor allem im Berufsverkehr – behindert die Busse. Am Wilhelmsplatz möchte die SSB durch eine optimierte Ampelschaltung und eine zusätzliche Linksabbiegespur in die Wilhelmstraße einen flüssigeren Verkehr ihrer Busse und Bahnen erreichen. Durch die zwei Linksabbiegespuren können bei gleicher Verkehrsmenge die Grünzeiten zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs verkürzt werden. Diese Planung wird von der Gemeinderatsfraktion der Grünen kritisiert, da sie außer der Optimierung der Signalanlagen die Belange der Stadtplanung, der Fußgänger und Radfahrer in keiner Weise berücksichtigen würde. Zudem erhöhe sich der Verkehrsdruck auf die Wilhelmstraße und das innere Bad Cannstatt, was unterm Strich zu Mehrverkehr führen kann. Auch befürchten die Grünen, dass es zu einer Verlagerung des Individualverkehrs auf die rechte Fahrbahnseite, die Geradeausspur Richtung Fellbach, kommt und der Bus noch stärker behindert wird, als es heute bereits der Fall ist.

Die Grünen wollen das Thema am 27. Februar behandeln

Um den Fahrgästen der vier Buslinien, die in diesem Bereich unterwegs sind und im Schnitt alle zwei Minuten die König-Karl-Straße passieren werden, Fahrzeitverluste und verpasste S-Bahnen zu ersparen, ist nach Meinung der Grünen-Fraktion eine separate Busspur fast schon zwingend nötig. Und zwar von der Kreuzung Mercedes-/König-Karl-Straße bis zur Eisenbahnstraße. Mit der Konzentration des Verkehrs auf eine Fahrspur bestehen auch Anreize für die Autofahrer, die Wilhelmstraße weiträumig zu umfahren. Da die Busspur auch im Nahverkehrsplan verbindlich enthalten ist, liegt es nahe, sie mit dem Start der Expressbuslinie einzurichten. Die Grünen erwarten wegen des straffen Zeitplans für die Einführung der Expressbus-Linie, dass ihr Antrag bereits in der Sitzung des Technikausschusses am 27. Februar behandelt wird.

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