Verkehr in Fellbach Korrosionsschäden an der Brücke der Höhenstraße

Die Schäden an der Brücke über den Bahngleisen müssen behoben werden. Foto: Dirk Herrmann

Mitte Oktober beginnt die Sanierung an einer der wichtigsten Achsen in Fellbach, der Umfahrung im Westen der Stadt. Welche Auswirkungen hat dies auf den Verkehr? Ist eine komplette Sperrung nötig?

Angesichts der jüngsten Schlagzeilen über marode oder gar einstürzende Brücken kann man nicht vorsichtig genug sein. Auch in Fellbach gibt es eine Überführung, die schon seit einiger Zeit im Visier der Experten ist: Es ist die Brücke über die Bahnlinie in der Höhenstraße. Hier beginnen demnächst umfassende Sanierungsarbeiten und Untersuchungen.

 

Bereits 2020: „Risse, Absackungen und weitere Schäden“

Bereits vor vier Jahren und erneut 2022 gab es dort Tempodrosselungen auf 30 km/h und eine halbseitige Sperrung. Zuvor waren bei einer Regelprüfung „Risse, Absackungen sowie weitere Schäden festgestellt worden“, wie es seinerzeit hieß. Zwar sei keineswegs „Gefahr in Verzug“; jedoch wurde schließlich eine neue Dehnungsfuge quer über die Fahrbahn eingezogen.

Der Zahn der Zeit hat inzwischen allerdings weiter am Bauwerk genagt. Bei der Hauptuntersuchung im Jahr 2023 wurden an der 25 Meter langen Brücke über die Schienen der Deutschen Bundesbahn Mängel festgestellt. Die Brücke in der Höhenstraße wurde in den 1970er Jahren in zwei Bauabschnitten aus Betonfertigteilen errichtet und gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Fellbach.

Durch ausgewaschene Fugen kann Wasser eindringen

In der regelmäßigen Kontrolle waren verstärkte Abplatzungen des Betons sowie Korrosionsschäden aufgefallen. Durch die Abplatzungen und die ausgewaschenen Fugen kann Wasser in das Bauwerk eindringen und so die Korrosion beschleunigen. Dieser Gefahr soll zeitnah mit einer Abdichtung der Fahrbahn entgegengewirkt werden.

Die Planungen zu einer ersten Sanierung sind abgeschlossen, und die Baufirmen wurden beauftragt. Konkret werden nun schadhafte Stellen entfernt und ausgebessert, die Verankerungen und Fugen gereinigt sowie neu ausgefüllt und verbunden. Parallel dazu wird die Brücke tiefergehend untersucht.

Um die Brücke zu entlasten und die Bauarbeiten zu ermöglichen, wird der Verkehr dauerhaft auf zwei Fahrstreifen reduziert, diese werden in die Mitte der Brücke verlegt. Dazu müssen die vorhandenen Abbiegespuren in die „Geradeausspuren“ integriert und die Verkehrsinseln in der Fahrbahnmitte abgebaut werden. Eine Signalanlage reguliert den Abbiegeverkehr. Auch der Übergang für die Radfahrer und Fußgänger wird entsprechend geregelt und ausgeschildert. Aus Sicherheitsgründen wird die Durchfahrtgeschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert.

In den 1970er Jahren lagen den Bauten niedrigere Verkehrszahlen zugrunde. Seitdem hat der Schwerlast- und Pendlerverkehr deutlich zugenommen. Die Belastungsgrenze ist bundesweit bei vielen Bauten erreicht. In Mitleidenschaft gezogen sind bei Brückenbauwerken vor allem die Auflager sowie die Verbindungsfugen, die durch die ständigen Schwingungen stark gefordert sind.

Verkehr wird künftig dauerhaft in die Brückenmitte verlagert

Gerade an den Brückenrändern ist diese Belastung besonders hoch, daher wird der Verkehr auf der Brücke in der Höhenstraße nicht nur temporär, sondern dauerhaft in die Mitte verlagert. Eindringendes Wasser lässt die Bewehrungen im Beton schneller rosten, sodass hier zusätzliche Schäden entstehen können. Inwieweit die Brücke in der Höhenstraße davon betroffen ist, sollen weitere mechanische, physikalische und chemische Untersuchungen zeigen.

Durch die Einengung der Verkehrsspuren rechnen die Bauverantwortlichen mit Beeinträchtigungen, vor allem während des Berufsverkehrs. Der Baustart ist ab Mitte Oktober geplant, die Stadtverwaltung will ihn noch zeitnah vor Beginn bekannt geben.

Weitere Themen