Verkehr in Hochdorf Arbeitskreis Ziegelhof kritisiert neue Verkehrsregelung

Zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr staut es sich auf den Straßen im Ziegelhof. Foto: Roberto Bulgrin

Wegen einer Baustelle gibt es derzeit viel Schleichverkehr im Hochdorfer Ortsteil Ziegelhof (Kreis Esslingen). Dass Gemeinde und Landratsamt sich geeinigt haben, dass ein Durchfahrtsverbot nur für Lkw gelten soll, wird in der Wohnsiedlung kritisch gesehen.

Anfang der Woche hatten sich das Landratsamt Esslingen und die Gemeinde Hochdorf geeinigt, dass es für den Ortsteil Ziegelhof doch kein generelles Durchfahrtsverbot geben soll, sondern nur für Lkw. Dieser Kompromiss stößt nicht überall auf Gegenliebe. Der Arbeitskreis Ziegelhof kritisiert neben der Verkehrsbelastung unter anderem, dass Parkplätze wegfallen sollen.

 

Seit die Landesstraße 1201 zwischen Hochdorf und Reichenbach wegen Bauarbeiten gesperrt ist, verläuft viel Schleichverkehr durch den Ziegelhof statt über die weiträumigen Umleitungsstrecken. Auf den Straßen der Wohnsiedlung spielten sich zeitweise chaotische Szenen ab.

Arbeitskreis beklagt Verkehrsbelastung

In der Folge sprach die Verkehrsbehörde im Landratsamt ein Durchfahrtsverbot aus. Die Gemeindeverwaltung hatte sich dafür eingesetzt, davon nicht nur die Anlieger, sondern alle Hochdorfer auszunehmen. Doch das war nach Angaben des Landratsamts rechtlich nicht durchsetzbar. Deswegen einigte man sich in dieser Woche auf die Kompromisslösung. „Wir bitten um Prüfung der Verhältnismäßigkeit, dass es den Hochdorfern nicht zugemutet werden kann, die ausgeschilderten Umleitungsstrecken zu nutzen, im Gegenzug aber den Ziegelhöfern die deutlich erhöhte Verkehrsbelastung, den Wegfall der Parkmöglichkeiten, die eingeschränkte Verkehrssicherheit und die Gesamtbelastung der aktuellen Situation“, antwortet darauf der Arbeitskreis Ziegelhof in einer E-Mail an Landrat Heinz Eininger und Bürgermeister Gerhard Kuttler vom Mittwoch.

Die Gruppe moniert auch, dass während der weiteren Baustellenzeit im Amselweg und Lerchenweg ein Parkverbot gilt, damit Linienbusse besser passieren können. Dadurch fielen circa 30 Parkmöglichkeiten weg, die, so der Arbeitskreis weiter, zu 75 Prozent dauerhaft benötigt würden, weil im Zuge der Einführung des Linienbusverkehrs Anfang 2024 bereits öffentliche Stellplätze entfallen waren. Sie fordern „Lösungsmöglichkeiten für die betroffenen Familien“.

Ausweichparkplätze am Ortsrand

Bürgermeister Kuttler verweist darauf, dass die Parkplätze nur zeitweise entfielen. Zudem sei jeder Wohnung in der Siedlung mindestens ein privater Stellplatz zugeordnet. „Der öffentliche Verkehrsraum steht allgemein nicht per se als Parkraum zur Verfügung, sondern dient zunächst dem bewegten Verkehr“, stellt Kuttler in seiner Antwortmail klar. „Aus heutiger Sicht würde insbesondere im Lerchenweg das Parken nicht neu genehmigt werden. Sie können also sehr zufrieden sein, dass das Parkverbot von der Verkehrsbehörde jetzt nur vorübergehend angeordnet wurde.“ Die Gemeinde habe zudem im Südwesten des Ziegelhofs Ausweich-Schotterparkplätze angelegt.

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