Verkehr in Höfingen Mehrheitliches Ja für die Sicherheit der Fußgänger

Der Kreisverkehr in der Ditzinger Straße soll sicherer für Fußgänger werden. Foto: Simon Granville

Die Leonberger Teilort ist derzeit mit der Sperrung ihrer Ortsmitte geplagt. Inmitten dieser Diskussion gibt es grünes Licht für Zebrastreifen.

Manchmal muss man erst durch die Hölle gehen um auf den Wolken tanzen zu können. Ein Kalenderspruch, den sich genervte Höfinger gerade an die Pinnwand heften könnten. Im Leonberger Teilort herrscht momentan recht viel Chaos. Bis in das Frühjahr 2025 sollen die Arbeiten in der Pforzheimer Straße andauern: Der Entwässerungskanal wird ausgetauscht, Wasserversorgungs- und Stromleitungen verlegt. Die Sperrung der Höfinger Ortsdurchfahrt sorgt allerdings für großen Unmut, vor allem bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die den Ausweichverkehr zu ertragen haben, der sich durch die Wohngebiete an der Sonnen- und Goldäckerstraße drängt, und die die Sicherheit der Schulkinder in Gefahr sehen.

 

Mitten in diesen Diskussionen um Verkehrssicherheit hat nun der Leonberger Planungsausschuss grünes Licht für den Bau von insgesamt acht Querungshilfen – sprich Zebrastreifen – gegeben. Erste Forderungen, die Fußwege in Höfingen mithilfe von Querungshilfen sicherer zu gestalten, gehen bereits ins Jahr 2019 zurück. Zwei Jahre später wurden diverse Maßnahmen aufgezeigt. Leonberg wurde dann mit fünf anderen Kommunen auserwählt, um an dem Aktionsprogramm „Sichere Straßenquerung - 1000 Zebrastreifen für Baden-Württemberg“ des Verkehrsministerium Baden-Württemberg teilzunehmen. Damit profitierten diese Kommunen von einem Planungsleitfaden, vereinfachten Regeln und besseren Förderbedingungen. Im Mai 2022 wurde die Verwaltung dann mit einem Beschluss im Gemeinderat beauftragt, zunächst ein Maßnahmenpaket mit etwa zehn Querungsstellen zu erarbeiten und die entsprechenden Planungen an ein externes Planungsbüro zu vergeben. Dabei wurden mehrere priorisierte Querungsstellen aus dem Bericht „1000 Zebrastreifen“ gesichtet und bewertet. Parallel dazu fand eine Ortsbegehung mit Polizei und Verkehrsbehörde statt. Diese ergab, dass zunächst in folgenden Kreuzungsbereichen Höfingens Querungsstellen geplant werden sollen: Goldäckerstraße/Hirschlander Straße, Lachentorstraße/Mörikestraße/Goldäckerstraße, Sonnenstraße/St. Michael Straße, Ditzinger Straße/Tonweg, Alter Bahnhofsweg – Treppenanlage, Truchsessenstraße/Weinbergstraße, Tilgshausenstraße sowie Ditzinger Straße – Kreisverkehr.

Ein Zuschuss vom Land

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf etwa 860 000 Euro. Gefördert werden die Querungshilfen mit etwa 600 000 Euro durch das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) des Landes Baden-Württemberg, das damit die Verkehrswende hin zu einer klima-, menschen- und umweltfreundlichen Mobilität vorantreiben möchte. 80 000 Euro gibt es aus dem Erbe einer Privatperson obendrauf. Die Stadt muss damit noch etwa 179 000 Euro investieren – läuft alles nach Plan. Die Summe wird in den Haushaltsplan 2025 eingestellt, der Baubeginn soll im Juni 2025 sein.

Die Höfinger Gemeinderätin Katharina Staiger ist froh, dass der Planungsausschuss mehrheitlich dem Baubeschluss zustimmte. „Nach so langer Zeit der Diskussionen sind wir so langsam auf der Zielgeraden. Es gibt allerdings ein paar Dinge, über die man noch sprechen kann“, so die Höfinger Grünen-Stadträtin, die sich aus der Lokalpolitik zurückzieht. Sie wünscht sich noch im Bereich der Bäckerei, also Pforzheimer Straße/Hirschlander Straße, eine sichere Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger. Für Jörg Langer (Freie Wähler) ist das zuviel Geld, das die Leonberger Verwaltung ausgibt. „Wozu benötigen wir Querungshilfen, wo kein Durchgangsverkehr ist? Ich finde, wir können das auf die Ditzinger- und Hirschlander Straße begrenzen.“ Baubürgermeister Klaus Brenner sprach daraufhin ein Machtwort: „Wenn wir Dinge schon lange beschlossen haben, halte ich Grundsatzfragen für nicht angebracht.“

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Leonberg Verkehr Fußgänger