Verkehr in S-Nord/Feuerbach Die Maybachstraße stößt an ihre Grenzen

Von Torsten Ströbele 

Das neue Verkehrsgutachten City Prag ist den Stadträten vorgestellt worden. So könnte zum Beispiel das Linksabbiegen von der Siemens- in die Maybachstraße bald verboten werden.

Das Linksabbiegen von der Siemens- in die Maybachstraße könnte bald verboten werden. Foto: Torsten Ströbele
Das Linksabbiegen von der Siemens- in die Maybachstraße könnte bald verboten werden. Foto: Torsten Ströbele

S-Nord/Feuerbach - Das lange ersehnte und schon mehrfach von den Bezirksbeiräten geforderte neue Verkehrsgutachten City Prag ist fertig. Am Dienstag stellten Stephan Oehler vom Amt für Stadtplanung und -erneuerung sowie Frank P. Schäfer vom Büro BS Ingenieure die Untersuchungsergebnisse im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats vor.

Neues Gutachten für das Gebiet am Pragsattel

Das vorerst letzte Gutachten stammt aus den Jahren 2002/2003, sagte Schäfer. Damals ging es am Pragsattel noch um den Bau des 180 Meter hohen Trump Towers, der sich letztendlich nicht realisieren ließ. Nun habe man das Gebiet zwischen Borsig-, Heilbronner, Siemens-, Alarich und Stresemannstraße erneut untersucht – vor allem auch vor dem Hintergrund der vielen Bauvorhaben, die links und rechts der Maybachstraße entstehen werden oder in den vergangenen Monaten schon entstanden sind. Realisiert sind bereits die Maybach-Quartiere und das Friedrichsbau-Varieté. Mit eingeflossen sind aber auch der sich im Bau befindende Skylinetower der Firma Bülow mit 146 Wohnungen, das Projekt Wohnen im Theaterviertel mit rund 725 Bewohnern, die Erweiterung des Theaterhauses mit etwa 1350 zusätzlichen Besuchern sowie die Bauprojekte Maybach-/Rolandstraße mit 200 und Rote Wand mit 103 Bewohnern.

Insgesamt rechnen Oehler und Schäfer mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von 4900 Fahrzeugen täglich. „Wir haben im Gebiet aber schon heute sehr ordentliche Verkehrsmengen“, so Schäfer. Jeden Tag seien etwa 35 000 Fahrzeuge auf der Siemensstraße unterwegs. Auf der Maybachstraße seien es rund 18 000, auf der Stresemannstraße zirka 14 000.

Der Wegfall des Linksabbiegestreifens soll Abhilfe schaffen

Vor allem die Situation an der Ecke Maybach- und Siemensstraße sei heute schon schlecht und werde durch den Mehrverkehr natürlich auch nicht besser, sagte Schäfer. Auf der Maybachstraße sei mit einer Verkehrszunahme von etwa 20 Prozent zu rechnen. Das werde in diesem Bereich für Probleme sorgen. Doch Frank P. Schäfer hatte in Absprache mit Verkehrsplaner Oehler auch gleich ein paar Vorschläge parat, wie die Situation entschärft werden könnte – zum Beispiel mit dem Wegfall des Linksabbiegestreifens von der Siemens- in die Maybachstraße. Dadurch soll der Verkehr aus Richtung B 27/10 über die Stresemannstraße geführt werden, was wiederum zu einer Veränderung an der Kreuzung mit der Maybachstraße führen würde. Vom Pragsattel her kommend, soll auf der separaten Rechtsabbiegespur in die Maybachstraße dann künftig auch weiter geradeaus auf der Stresemannstraße gefahren werden dürfen.

„Ich bin gespannt, was Sie aus den Bezirksbeiräten Nord und Feuerbach dazu hören“, sagte Grünen-Stadtrat Andreas G. Winter. Und Bürgermeister Matthias Hahn wünschte Oehler sowie Schäfer „eine gute Reise in den Bezirksbeirat“. Zudem wies er die beiden Herren darauf hin, dass man den Lokalpolitikern unbedingt anhand einer Karte veranschaulichen solle, wie gut das Gebiet mit dem öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen ist. Es gebe aber auch noch freie Kapazitäten beim Thema Parken im öffentlichen Raum, stellte Schäfer fest. Seine Analyse ergab, dass in der Leitzstraße 85 Stellplätze zur Verfügung stünden, während der Untersuchung aber maximal 81 davon besetzt gewesen waren.

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