Der Zustand der Stuttgarter Straßen hat sich verschlechtert - nach jedem Winter sind die Schlaglöcher wieder da. Geld für die Reparatur fehlt.

Stuttgart - Stuttgarts Straßen sehen mitgenommen aus - die Fahrbahnen sind übersät mit schwarzen Pickeln. Die meisten Flecken sind aus Kaltasphalt, mit dem die städtischen Reparaturtrupps zahlreiche Schlaglöcher schon verfüllt haben. Nach diesem harten Winter - dem zweiten in Folge - muss die Stadt allein 1,5 bis zwei Millionen Euro für die Flickschusterei ausgeben. Viel Geld für Reparaturen, von denen nach dem nächsten Winter nicht mehr viel zu sehen sein dürfte: Dann sind die meisten Schlaglöcher wieder da.

 

Rund 8,5 Millionen Euro stehen der Bauabteilung des Tiefbauamts in diesem Jahr für Straßen-und Gebäudereparaturen zur Verfügung - aber nur auf dem Papier. Denn 20 Prozent davon - gut zwei Millionen - dürfen wegen der Haushaltskonsolidierung gar nicht ausgegeben werden. Deshalb bleiben nur noch 6,5 Millionen Euro übrig, wenn der Etat vom Gemeinderat nicht doch noch etwas aufgestockt wird.

Eine Sanierung ist dringend notwendig, aber die Mittel reichen nicht aus

"Unsere Mittel reichen nicht aus, um alle Schäden sachgerecht zu beseitigen", sagt Jürgen Mutz, der Leiter der Bauabteilung Mitte. In den vergangenen Jahren hätten deshalb viele Pläne zurückgestellt werden müssen. Von dem Erhalt der Substanz des 1400 Kilometer langen und 1,6 Milliarden Euro teuren Stuttgarter Straßennetzes kann deshalb keine Rede sein. Bereits 2009 wiesen 24 Prozent der Hauptverkehrsstraßen ein "stark ausgeprägtes" oder ein "sehr stark ausgeprägtes Schadensbild" auf.

"Bei der ersten Kategorie darf man mit der Sanierung nicht mehr lange warten, bei der zweiten muss man eigentlich sofort handeln", sagt Michael Seeger, der verantwortliche Bauleiter für die Stadtmitte. Zudem stünde ein weiterer Teil des Verkehrsnetzes auf der Kippe: "Es gibt eine ganze Reihe von Straßen, die sehr schnell zum Sanierungsfall werden können."