Nach einem sechsmonatigen Verkehrsversuch wird die Tempo-40-Regelung nun dauerhaft an der Fasanenhofstraße beibehalten. Bürgerverein und SSB sind nur bedingt zufrieden mit der Entscheidung.

Manteldesk: Sandra Hintermayr (shi)

Fasanenhof - Von positiven Auswirkungen des Verkehrsversuchs möchte Bernd Eichenauer, der Leiter der städtischen Straßenverkehrsbehörde im Amt für öffentliche Ordnung, nicht sprechen. Allerdings: „Es gibt keine negativen Auswirkungen, deswegen können wir die Tempo-40-Regelung beibehalten“, sagt Eichenauer.

 

Im vergangenen Frühjahr wurde die Geschwindigkeitsreduzierung an der Fasanenhofstraße probeweise eingeführt; etwa sechs Monate Zeit hatte die Regelung, sich zu bewähren oder zu scheitern. „An der Fasanenhofstraße ist die Verkehrsmenge relativ gering, da hauptsächlich Anlieger die Straße befahren“, erklärt Eichenauer die Verkehrssituation.

SSB befürchtet Verspätungen im Busfahrplan

Gewünscht war die Temporeduzierung unter anderem vom Bürgerverein Fasanenhof, der eigentlich Tempo 30 im gesamten Wohngebiet umgesetzt haben wollte. Doch weil an der Fasanenhofstraße auch Busse der Linie 72 verkehren, protestierten die Stuttgarter Straßenbahnen(SSB) gegen eine solche Regelung. „Die Fahrtdauer ist ein Kriterium für die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs“, erläutert Susanne Schupp, die Pressesprecherin der SSB. Die Busse bräuchten zu lange für die Durchfahrt und könnten ihren Fahrplan nicht einhalten. Man einigte sich letztlich auf Tempo 40.

Nach Ende des Verkehrsversuchs etwa ein halbes Jahr später setzten sich alle Beteiligten noch einmal zusammen und werteten den Testlauf aus. „Die SSB hat uns mitgeteilt, dass sie nicht glücklich ist mit der Regelung, aber der Fahrplan größtenteils eingehalten werden kann“, berichtet Eichenauer. Das bestätigt die Sprecherin des Nahverkehrsunternehmens. „Wir sind damals den Kompromiss mit Tempo 40 eingegangen und wir werden ihn auch weiterhin mittragen“, sagt Schupp.

Bürgerverein möchte Tempo 30 im gesamten Wohngebiet

Der Möhringer Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann ist erfreut über die Entscheidung, die Tempo-40-Regelung beizubehalten. „Wir hatten viele Wünsche bezüglich der Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Bereich, nicht zuletzt wegen der Kindertagesstätte an der Fasanenhofstraße.“ Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, sei die erst getestete und nun festgesetzte Regelung eine gute Maßnahme. „Tempo 40 ist eine angemessene Geschwindigkeit für diesen Bereich“, sagt Lohmann. Zudem seien die Beeinträchtigungen für die SSB „noch im grünen Bereich“.

Der Bürgerverein blickt wohlwollend auf die Tempo-40-Regelung – zumindest für den Moment. „Wir sind vorläufig zufrieden“, sagt der erste Vorsitzende Günther Joachimsthaler. Wirklich glücklich ist der Verein mit der Entscheidung allerdings nicht. „Tempo 40 war unser Minimalziel. Das haben wir erreicht.“ Generell möchte der Bürgerverein allerdings an seinem Vorschlag festhalten, im Wohngebiet Tempo 30 einzuführen. Man könne sich mit der Begrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde arrangieren, aber bei Gelegenheit werde man eine weitergehende Geschwindigkeitsreduzierung zur Sprache bringen, sagt Joachimsthaler.