Verkehr in Stuttgart Olymp-Chef warnt vor Folgen einer autofreien Innenstadt

Von dpa/lsw 

Oberbürgermeister Fritz Kuhn will den City-Ring deutlich vor 2030 autofrei bekommen. Unternehmen im Umland haben Bedenken.

Stau gehört für viele Stuttgarter, die ein Auto haben, zum Alltag. Foto: dpa/Marijan Murat
Stau gehört für viele Stuttgarter, die ein Auto haben, zum Alltag. Foto: dpa/Marijan Murat

Bietigheim-Bissingen/Stuttgart - Die Pläne für eine autofreie Stuttgarter Innenstadt stoßen bei Unternehmen auch im Umland auf Bedenken. Ein autofreier Bereich innerhalb des City-Rings werde sich negativ auf Absatzchancen auswirken, warnte der Geschäftsführer des Hemdenherstellers Olymp in Bietigheim-Bissingen, Mark Bezner. Er befürchtet, dass Kunden abgeschreckt werden, wenn sie ihre Einkäufe nicht mehr mit ihrem Wagen nach Hause bringen können.

„Die Verkehrssituation im Großraum Stuttgart ist für uns bereits ein Wettbewerbsnachteil“, sagte Bezner auf Anfrage. Staus auf den Straßen behinderten nicht nur Lieferwege und Kunden, sondern auch Mitarbeiter, die zur Firma pendelten.

Verliert die Stadt ohne Autos an Attraktivität?

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hatte angekündigt, dass der Bereich innerhalb des City-Rings deutlich vor 2030 autofrei werden soll: „Es muss mehr über die Schiene und Busse gehen. Wir müssen deutlich weniger Autos in der Innenstadt haben.“

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Dieses Ansinnen Kuhns stößt auch beim Handelsverband Baden-Württemberg auf Kritik. „Innenstädte leben vom Einzelhandel und der Gastronomie und beide leben von Anwohnern, Pendlern und Touristen. Sind Innenstädte schlecht erreichbar, verlieren sie ihre Attraktivität, ihre gesellschaftliche Funktion und veröden“, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Sabine Hagmann, auf Anfrage.

Handelsverband: Zentrale Fragen würden ausgeblendet

Schon partielle Einfahrtsbeschränkungen seien eine Zusatzbelastung. Hagmann betonte: „Wir brauchen eine bessere, innovative urbane Mobilität in Stuttgart und keine Vision einer autofreien Innenstadt, die zentrale gesellschafts- und wirtschaftspolitische Fragen und Erfordernisse ausblendet.“

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