Verkehr in Stuttgart Stadt erweitert Mobilitätsberatung

In Stuttgart sind Menschen nicht nur mit dem Auto unterwegs – Veranstaltungen wie „Critical Mass“ werben für das Fahrradfahren und haben großen Zulauf. Foto: dpa
In Stuttgart sind Menschen nicht nur mit dem Auto unterwegs – Veranstaltungen wie „Critical Mass“ werben für das Fahrradfahren und haben großen Zulauf. Foto: dpa

Neubürger können ab sofort kostenlos erfahren, wie Stuttgart auch ohne Auto geht. Im Gegensatz zu Alteingesessenen sei bei ihnen die Bereitschaft, umzudenken, höher.

Digital Unit : Sascha Maier (sma)
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Stuttgart - Stuttgart erweitert sein Angebot, was die Beratung von Mobilität angeht. Besonders Neubürger sollen städtischerseits eine Orientierungshilfe bekommen, wie man sich im Kessel auch ohne Auto zurechtfinden kann. Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) will so auch der alarmierenden Feinstaubentwicklung gegensteuern: „Klima- und Umweltschutz sind wichtig für Stuttgart. Wir setzen daher auf eine flexible und nachhaltige Mobilität, mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch und einer Begrenzung der Luftschadstoffe.“

Regina Lüdert, Leiterin der Mobilitätsberatung beim Amt für Umweltschutz, will das vor allem durch das Erreichen neuer Zielgruppen umsetzen. „Neubürger sind für uns uns ganz besonders spannend“, sagt sie. Dabei verweist Lüdert auf ein Experiment, das schon einige Jahre zurückliegt.

Nummernschild gegen ÖPNV-Ticket

Es gab eine Aktion, in deren Rahmen Bürger die Nummernschilder ihrer Autos vorübergehend gegen ein kostenloses ÖPNV-Ticket für das Stuttgarter Netz im Rathaus eintauschen konnten. „Es waren die Neubürger, die auch danach noch an dem Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel festgehalten haben“, sagt Lüdert. Bei ihnen sind die Gewohnheiten also offenbar noch nicht so festgefahren.

Konkret sollen sie so angegangen werden: Jeden dritten Donnerstag im Monat gibt es nachmittags im Welcome Center am Charlottenplatz kostenlose Mobilitätsberatungen. Wer ausführliche, individuellere Beratung wünscht, kann Termine unter der Telefonnummer 07 11/21 68 89 00 bei der Neubürger-Beraterin Mirja Hentrich vereinbaren. „Gerade für Neubürger ist der bisherige Service, den der i-Punkt am Arnulf-Klett-Platz leisten kann, leider zu wenig“, sagt Regina Lüdert.

Bedürfnisse sind unterschiedlich

Bereits bei der Wahl der Wohnung würden sich viele Fragen ergeben: Wie sieht es mit der Anbindung an den ÖPNV aus? Wie oft und zu welchen Zeiten fahren Busse und Bahnen? Wie komme ich am besten zur Arbeit? Wo sind Radwege vorhanden? Gibt es Grünanlagen, die zum Joggen und Spazieren einladen?

Für Familien stellten sich zusätzliche Fragen: Gibt es in fußläufiger Entfernung einen Kindergarten oder eine Grundschule? Können die Kinder gefahrlos zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen? Gibt es einen Schulwegplan? „Die Bedürfnisse sind da sehr unterschiedlich“, sagt Regina Lüdert.

Projekt läuft bis 2018

Unter den Neuankömmlingen in Stuttgart ist für Lüdert vor allem die Gruppe der sogenannten „Young urban Professionals“ vielversprechend – also junge, gut qualifizierte Arbeitskräfte, die aus beruflichen Gründen nach Stuttgart gekommen sind. „Darum wollen wir unser Beratungsangebot auch gezielt bei großen Firmen im Intranet unterbringen“, sagt Regina Lüdert.

Darüber hinaus wirbt die Mobilitätsberatung auch mit Flyern. Diese gehen gezielt an Zugezogene und werden mit Willkommenspaketen des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) verschickt, mit denen die Mobilitätsberatung eng zusammenarbeitet. All die neuen Maßnahmen werden vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gefördert. Versuchsweise laufen sie vorerst bis Juli 2018.

Aber nicht nur die Stadt bietet hinsichtlich der Mobilität Beratungsangebote. So unterhält die SSB AG etwa auch selbst eine Beratungsstelle. Apps wie Moovel bieten die Möglichkeit, sich Verbindungen unter dem Aspekt Umweltfreundlichkeit direkt aufs Smartphone zu bestellen. Und auch bei Verkehrsverbänden wie dem ADAC oder dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) gehört Mobilitätsberatung von Bürgern mittlerweile zum Arbeitsalltag.




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