Verkehr in Untertürkheim Wird das Anwohnerparken ausgeweitet?

Wer nicht wie hier in der Stubaier Straße bezahlen will, weicht auf andere, nicht kostenpflichtige Bereiche aus. Foto:  

Seit Mitte 2021 gilt das Parkraummanagement im Ortskern von Untertürkheim. Eine Sonderregelung für Mitarbeiter kleiner Betriebe und Lehrkräfte lehnt die Stadt ab. Dennoch könnte es Veränderungen geben.

Seit 1. Juli vergangenen Jahres gilt das Parkraummanagement auch im Ortskern von Untertürkheim sowie im Lindenschulviertel. Seitdem hat der Parkdruck im Stadtbezirk deutlich abgenommen. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Vor allem Mitarbeiter kleiner Fachbetriebe und Lehrkräfte im Lindenschulzentrum fühlen sich benachteiligt.

 

Im Widerspruch zur Idee des Anwohnerparkens

Daher hatte der Bezirksbeirat Untertürkheim in Absprache mit dem örtlichen Handel und Handwerk im Januar dieses Jahres in einem Antrag gefordert, für kleine Betriebe bis zu maximal 20 Mitarbeitern in einer Art Pilotprojekt eine Ausnahmegenehmigung, einen sogenannten Arbeitnehmer-Ausweis, einzuführen.

Zudem sollten die städtischen Parkplätze am Karl-Benz-Platz den Lehrkräften der Schulen und den Erzieherinnen der Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden. Das lehnt die Stadt aber kategorisch ab. „Das konterkariere die Idee des Anwohnerparkens, nicht ortsansässige Autofahrer aus dem Ort zu halten und die Anrainer zu entlasten“, berichtete Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel aus der Stellungnahme der Verwaltung in der vergangenen Sitzung. Zudem erfülle das Parkraummanagement eine wichtige Rolle hinsichtlich der Feinstaubbelastung. Schließlich sollen so Verkehrsteilnehmer zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegt werden. Untertürkheim sei sehr gut erschlossen, weitere Verbesserungen zudem angedacht.

Stadt will wohl keinen Präzedenzfall schaffen

Die Ablehnung erscheint nicht wirklich überraschend, vor allem vor dem Hintergrund keine Blaupause für andere Stadtbezirke zu liefern. Denn das Parkraummanagement ist alles andere als neu.

Bereits 2011 im Stuttgarter Westen gestartet, wurde es inzwischen schrittweise auf die Stadtbezirke Mitte, West, Süd, Nord, Ost, Bad Cannstatt, Vaihingen und eben auf Untertürkheim ausgeweitet. Die Kosten für einen Anwohner-Parkausweis belaufen sich derzeit auf 30,70 Euro im Jahr, Gewerbetreibende mit Sitz im Bewohnerparkgebiet zahlen für eine Ausnahmegenehmigung 200 Euro im Jahr. Alle anderen müssen von 8 Uhr bis 22 Uhr ein Ticket am Parkscheinautomaten ziehen. Das bleibt nach den Vorgaben der Stadt nun auch so.

Wildes Parken verlagert sich

Hingegen könnte in einen weiteren Wunsch des Bezirksbeirats noch Bewegung kommen: die Ausweitung des Parkraummanagements. Im Blick haben die Lokalpolitiker dabei vor allem das Benzviertel. Der kleine Stadtteil zwischen Benzstraße und dem Mercedes-Werk Untertürkheim leidet enorm unter der Verdrängung des Parkverkehrs. In erster Linie durch Daimler-Angestellte. Aber nicht nur im Benzviertel klagen die Anwohner. So ist auch in der Schlotterbeckstraße – als erste Randlage außerhalb des Anwohnergebiets im Ortskern – „komplett alles wild zugestellt. Parkverbote, Hofeinfahrten sowie Kurven werden einfach ignoriert“, berichtet Anwohner Markus Weiß.

Untersuchungsergebnisse sollen Frage der Ausweitung klären

Die Probleme sind bei der Stadt wohlbekannt. Derzeit finden Untersuchungen zu den Auswirkungen des Parkraummanagements in Untertürkheim statt. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Dann muss sich auch die Frage klären, ob das Anwohnerparken auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.

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