Verkehrsberuhigung in Stuttgart Es geht um die Zukunft des Weilimdorfer Einzelhandels
Tempo 30, mehr Bäume und weniger Parkplätze: Am Dienstag entscheidet der Gemeinderat über die Umgestaltung der Pforzheimer Straße.
Tempo 30, mehr Bäume und weniger Parkplätze: Am Dienstag entscheidet der Gemeinderat über die Umgestaltung der Pforzheimer Straße.
Am Dienstag, 1. Juli, soll im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik ein Weilimdorfer Dauerthema auf den Weg gebracht werden: Die Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Pforzheimer Straße. Beides wird schon seit mehr als zehn Jahren im Stadtbezirk diskutiert. Zwar waren sich Politik, Verwaltung und Handel immer darin einig, dass für die Einkaufsstraße, in der täglich fast 9000 Fahrzeuge unterwegs sind, Handlungsbedarf besteht, doch nie gab es Konsens über die künftige Parksituation. Vor allem der Einzelhandel und das Gewerbe waren in großer Sorge, dass zu viele Stellplätze der Umgestaltung zum Opfer fallen könnten.
Die aktuellen Planungen der Stadtverwaltung – der Bezirksbeirat hatte mehrheitlich vor im Mai zugestimmt – sehen Tempo 30 zwischen der Mathilden- und der Solitudestraße vor. Der Radverkehr wird auf die Fahrbahn verlegt und 17 Bäume sollen gepflanzt werden. In der Summe sollen vier Kurzzeitparkplätze und zwei Taxi-Parkplätze am Löwen-Markt entfallen. Unterm Strich verbleiben 42 Kurzzeitparkplätze sowie zwei Behinderten-Parkplätze, zwei E-Ladestationen und drei Taxi-Plätze.
Bisher stehen rund 1,4 Millionen Euro – unter anderem aus dem Investitionsfonds „Stadtteilzentren konkret“ für die Maßnahmen zur Verfügung. Da die Stadt jedoch in der Solitudestraße schon seit Jahren den Bau zweier Kreisverkehr plant, wird diese Summe nicht ausreichen. Das Stadtplanungsamt rechnet insgesamt mit rund drei Millionen Euro für die Umgestaltung des Weilimdorfer Zentrums, wobei jedoch frühestens 2030 mit einem Baustart gerechnet werden kann.
Das Votum im Bezirksbeirat löste damals Kritik beim BUND Kreisverband Stuttgart aus. Denn nach Einschätzung des Umweltverbands wird wie heute das Auto das Straßenbild dominieren, da es immer noch mehr als 40 oberirdische Parkplätze geben soll. Auch wenn 17 neue Bäume gepflanzt werden und Sickerpflaster den Regen ins Erdreich fließen lässt, sei dies keine zukunftsgerechte Planung. „Statt Flaniermeile entsteht wieder eine Automeile“, kommentierte die Kreisvorsitzende Clarissa Seitz den Bezirksbeiratsbeschluss.
Am Dienstag soll jetzt die Umgestaltung der Pforzheimer Straße endlich beschlossen werden. Allerdings wollen die Grünen, SPD/Volt, Linke/SÖS und die Fraktionsgemeinschaft Puls die Vorlage um einige Punkte ergänzen. „Da es noch ein paar Jahre bis zur Realisierung dauern wird, möchten wir bestimmte Verbesserungen als Sofortmaßnahmen jetzt vorziehen und baldmöglichst realisiert sehen“, heißt es in einem interfraktionellen Antrag. Das betrifft vor allem Tempo 30 zwischen der Mathilden- und Solitudestraße sowie die Mitnutzung der Fahrbahn durch Radfahrer. Die Straße soll entsprechend mit Piktogramme gekennzeichnet werden.
Was den Antragstellern wichtig ist: Die Stadtverwaltung stellt sicher, dass das Projekt in einzelnen Abschnitten umgesetzt wird, um die Beeinträchtigungen für den Einzelhandel und für die Anlieger so gering wie möglich zu halten.