Verkehrsführung wegen Autobahn-Baustelle Im Engelbergtunnel wird es von April an eng

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Die Arbeiten zur Sanierung der beiden Röhren beginnen im Frühjahr. Die Behörden tun viel, um den Verkehr flüssig zu halten und Staus und Ausweichverkehr zu verhindern. Hinweise gibt es schon in Weinsberg, Walldorf und Karlsruhe.

Blick auf die Einfahrt in den Engelbergtunnel von Gerlingen in Richtung Süden: vom nächsten Frühjahr an wird im Tunnel gebaut. Foto: factum/Simon Granville
Blick auf die Einfahrt in den Engelbergtunnel von Gerlingen in Richtung Süden: vom nächsten Frühjahr an wird im Tunnel gebaut. Foto: factum/Simon Granville

Gerlingen/Leonberg - Was interessiert Leonberg in Walldorf? Oder Heilbronn in Karlsruhe? Vom Frühjahr 2020 an sehr viel. Da wird damit begonnen, den Engelbergtunnel zu sanieren. Wegen der Baustelle gibt es zwar tagsüber, wenn der meiste Verkehr ist, auf der Autobahn 81 wie bisher drei Fahrstreifen in jede Richtung. Weil das Tempo wegen der schmalen Fahrbahnen aber auf 60 Kilometer pro Stunde gedrosselt wird, befürchten Experten Staus. Die sollen durch intensive Information der Autofahrer vermieden werden. Und man will auch erschweren, dass Stauvermeider durch Ditzingen, Gerlingen oder Leonberg ausweichen.

Walldorf und Leonberg, Heilbronn und Karlsruhe werden stark zusammenhängen – und zwar über Informationen zur Belastung der A 81 und des Engelbergtunnels. Die Verkehrslenker wollen den überörtlichen Verkehr von der A 81 auf die A 5 und die A 8 bringen. Wer von Frankfurt nach München will, soll also nicht mehr von Walldorf auf der A 6 nach Heilbronn und dann über die A 81 durch den Engelbergtunnel auf die A 8 fahren – sondern das Autobahnviereck in Nordbaden und Nordwürttemberg links herum anstatt rechts herum in Richtung Süden befahren: Über die A 5 nach Karlsruhe und dann auf die A 8 nach München. Südlich des Engelbergtunnels trifft der Frankfurt-München-Fahrer dann auf seine ursprüngliche Strecke.

Verkehr soll auf der Autobahn bleiben

Das oberste Ziel sei es, so Enrico Hinz vom Regierungspräsidium Stuttgart am Montag vor Gerlinger Stadträten: „Der Verkehr soll auf der Autobahn bleiben.“ Durch Pförtnerampeln will man Autobahnvermeidern ihre Schleichwege durch umliegende Städte erschweren und so noch mehr Autos auf den eh schon belastenen Straßen in Ditzingen, Gerlingen und Leonberg verhindern.

Um die Ziele zu erreichen, baut die Straßenverwaltung zahlreiche Verkehrszählstellen und weitere ständig verstellbare Informationstafeln auf LED-Basis – zum Beispiel in Walldorf. Darauf steht dann zum Beispiel: „3 km Stau auf A 81 hinter AS Feuerbach“ und auf einer Anzeige daneben „Stuttgart via AD Karlsruhe A 5“. Auch wer von Süden nach Norden will, erhält Hinweise, um nicht in den Stau vor dem oder im Engelbergtunnel zu geraten, sondern über die A 5 ausweichen zu können. „So viele Maßnahmen haben wir noch nie in Baden-Württemberg unternommen“, so Hinz weiter, „um so wenige Beeinträchtigungen wie möglich zu haben.“ Das sei ein Novum.

Insgesamt fünf Jahre Bauzeit

Insgesamt wird es fünf Jahre dauern, bis im Engelbergtunnel alles fertig ist. Zwei Jahre lang gibt es Beeinträchtigungen in beiden Tunnelröhren. Dann ist ein halbes Jahr Pause, dann gibt es nochmals Einschränkungen für zwei Jahre in einer Tunnelröhre. Es wird jeden Tag rund um die Uhr gearbeitet. Und zwar an zwei Projekten gleichzeitig: Zum einen wird auf 175 Metern Länge der Beton der Röhren verstärkt – denn der Berg drückt auf den Tunnel. Zum anderen wird die Betriebstechnik komplett erneuert. Um Unfälle durch abgelenkte neugierige Autofahrer zu vermeiden, werden die Arbeitsstellen mit mobilen Wänden abgeschottet.